
30.4. Berlin als »Wissenschafts- und Kulturstandort« steckt derzeit reichlich Geld in die FU: Den jüngsten (höchst spärlichen) Stellenanzeigen ist zu entnehmen, dass die höher dotierten Stellen nicht für den wissenschaftlichen Nachwuchs, sondern für Schnarchposten in der Zentralen Universitätsverwaltung ausgeschrieben werden. Oder am »Standort« Lankwitz für ebenso aufwendige wie nutzlose Plazas mit Edelgranit, während die Beschäftigten IN den maroden Gebäuden aus Sicherheitsgründen am besten mit Stahlkappenschuhen und Helmen ausgerüstet würden.
29.4. Iss ja Wahnsinn! Stolz meldet »ZDF heute«, dass ein Fahrradhersteller in Westfalen durch den Umstand, ein Zweigwerk in Litauen eröffnet zu haben, hierzulande ganze 30 (in Worten: dreißig!!!) neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Streit zwischen Deutschland und Russland um die Rückgabe von »Beutekunst«. Ist doch eigentlich kaum ein Problem: Moskau gibt die 1945 aus Deutschland mitgenommenen Werke zurück, Deutschland die bis 1945 in Griechenland, Ägypten, der Türkei usw. geklauten Stücke ebenfalls.
28.4. Warum, bitteschön, immer diese »Schauspieler«, welche die Talkshows übervölkern? Immerhin eine Gruppe von sozial einschneidender individueller Bedeutungslosigkeit und intellektueller Unterdurchschnittlichkeit. Meist sind es ohnehin nur ungelernte Darsteller (überwiegend ihrer selbst), die lediglich auf ihren nächsten Film, ihr neues Buch etc. hinweisen müssen. Wann sehen wir endlich Leute, die etwas zu sagen haben und/oder gesellschaftlich Relevantes leisten?
27.4. Es wird gemeldet, dass der Ölmulti BP im ersten Quartal dieses Jahres mit 5,49 Milliarden Dollar einen um 29 Prozent höheren Nettogewinn erzielte als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
26.4. Die Bundesanstalt für Arbeit will für 100.000 Euro ihr Logo überarbeiten lassen. Große öffentliche Krokodilstränen in der Politik. Warum die Aufregung? Als vor einigen Jahren die Deutsche Bahn für mehrere Millionen ihr DB in ein neues DB umwandeln ließ, hat auch kaum ein Hahn danach gekräht. Sowas sichert einem cleveren Grafiker doch für Tage den Arbeitsplatz!
24.4. In der sogenannten 3. Welt hatten die dortigen Katholiken gehofft, der neue Papst werde einer der ihren sein, weil er dann mehr Verständnis für Armut, Arbeitslosigkeit und Überbevölkerung haben werde. Was wollen sie denn! Der neue Pontifex ist aus Deutschland und kennt zwei der drei Dinge daher sehr gut.
23.4. Gleichzeitig müssen wir erfahren, dass fünf hohe Offiziere im Abu-Ghreib-Prozess freigesprochen wurden (Abu Ghreib ist das berüchtigte Foltergefängnis in Bagdad). Es hatte mal wieder niemand die BVerantwortung für zig »Einzelfälle«. Dagegen sind die Entgleisungen unserer politischen Leithammel nachgerade harmlos: Der CDU-Wahlkämpfer und ehemalige Bundes-»Zukunftsminister« Rüttgers glaubt, dass die katholische Kirche (nicht etwa der Glaube!) und/oder das »christliche Menschenbild« (z.B. das der Inquisition?) anderen Religionen überlegen sei.
21.4. Die Deutsche Presse-Agentur meint in einer Meldung, Bachelor und Master seien attraktiv für die Studenten, da die Zahl der Erstmestler in solchen Fächern in einem Jahr um 47 Prozent gestiegen sei. Rezzo Schlauch beendet seine politische Laufbahn, hören wir heute.
20.4. Der neue Papst ist ein Deutscher! Da werden »wir« natürlich auch Weltmeister! »Die Einheit der Christen« wird nun von katholischer Seite in heuchelistischen Gottesdiensten gefordert und gefeiert.
19.4. General Motors steckt in enormen Schwierigkeiten. Die Verantwortlichen dort müssen derart bekloppt oder fachlich unfähig sein, dass sie nicht einmal ein Glas Wasser in der Wüste verkaufen könnten. Denn der Ami ist im Schnitt so dämlich, dass er ansonsten allen möglichen und vor allem unmöglichen Sch..dreck mit uralter Technik kauft. Vor Jahren mussten man ja schon die Viergang-Getriebe gegen Automatik austauschen, weil viele nicht bis drei zählen können. Das Pentagon, bislang größter Forschungsförderer in den USA, subventioniert ab sofort viel weniger Hochschulen und andere unabhängige wissenschaftliche Einrichtungen, die auch schon mal dies und jenes mit den Geldern entwickelten. Es gelten jetzt allein zwei Maximen: (a) Nur rüstungsdienliche Forschung wird bezahlt; (b) nur Einrichtungen, in denen keine oder so gut wie keine Ausländer arbeiten, erhalten Aufträge. Schon maulen die betroffenen Institute vor allem der IT- und Spitzentechniken, denn: Entgegen anders lautender Propaganda ist nur ein geringer Teil der Forscher in den USA ein Produkt der eigenen wissenschaftlichen Ausbildung. Der bessere Teil sind aus Europa und Asien »eingekaufte« Nachwuchsforscher. Gottseidank mal wieder kein Kanther-Sieg!
18.4. Wieder so ein FDP-Unsinn: Niedersachsens Wirtschaftsminister Hirche fordert, die Industrie - vor allem die Autobauer - zu Lasten des Umweltschutzes stärker zu unterstützen.
17.4. Wir erinnern uns noch an den kompromißlosen Einsatz von George W. Bush für das Leben der Frau Schiavo. Jener Bush, der als Gouverneur von Texas den einsamen Rekord an Todesurteils-Bestätigungen aufstellte. Aus jenem US-Bundesstaat hören wir nun: Wenn Todkranke zu teuer werden, dürfen die Kliniken legal die Behandlung einstellen. Dies Gesetz hat derselbe Gouverneur unterschrieben.
16.4.
15.4. Gabi Kerner aus Hagen/Westf., in Deutschland als »Nena« weltberühmte 2-Ton-Sprechgesanglerin mit Hang zu weniger, will eine private Schule gründen. Das ist eigentlich von einschneidender Bedeutungslosigkeit und keine Zeile wert. Interessant nur ihre Begründung: Bei ihr sollen die Kinder »nicht gleichgemacht werden«. Es sei »Wahnsinn«, wenn 30 Kinder dasselbe lernen müssten.
14.3. Eine der fürchterlichsten Politiker-Spruchblasen der letzten Jahre: »Etwas auf den Weg bringen/gebracht haben«. Leider wird nie erwähnt, dass die Dinge dort selten ein Stück voran gekommen sind.
13.3. SPD-Verlogenheit II: Da heißt es aus der Parteizentrale immer, wenn in Untergliederungen etwas problematisch wird, das müßten die Parteifreunde vor Ort klären; man gäbe keine Ratschläge.
11.3. Das sind noch Urteile! Da wird einer für -zugegeben, mehrfache - Störung eines Gottesdienstes mit 17 Monaten Haft bestraft. Ein anderer kommt für Beihilfe an einem äußerst brutalen Doppelmord mit 45 Monaten davon.
10.3. In Israel randalieren wieder die »Siedler«. Bislang hatten sie ja sooo ein Glück, dass sie Land zugeteilt bekamen, das bis dahin herrenlos war und auf endliche Besiedlung und Urbarmachung wartete. Nun sollen sie diese Ländereien strichweise wieder verlassen; verzuckert mit Kostenübernahmen und Handgeldern bis zu 100.000 Euro.
9.3. Der Regierende Wowereit auf der Trauerfeier für Harald Juhnke: »Harald, you did it your way.« Hochzeit in Windsor: Zehn oder mehr Jahre an Vorurteilen gehen aus den Köpfen der eingeflogenen und damit durchweg ahnungs- wie kenntnislosen Journaille nicht raus und werden brühwarm auch im Fernsehen transportiert. Da ist die arme Camilla dann bei den Engländern unbeliebt und die Queen will nicht an der Trauung teilnehmen.
8.3. Recht schreib Reform. Ebenfalls.
7.3.
6.3. Apropos Automobile: Warum glaubt eigentlich keiner, was im »Spiegel« steht: dass nämlich Rußfilter in Dieselfahrzeugen genau DEN Feinstaub überhaupt nicht heraushalten, um den die einschlägig berüchtigten politischen Experten gerade so köstlich streiten? Es ist nicht mehr zum Aushalten! Das öffentlich-rechtliche Fernsehen (auch noch dieses!) hat in den letzten fünf Tagen auf allen seinen Programmschienen vom 1. bis zu den 3. einen Religionsterror betrieben, der sie verpflichten müsste, die nächsten drei Papstabgänge zu übergehen. Vielleicht stirbt ja zur Abwechslung in den kommenden 15 Jahren mal ein Großajatolla oder ein Dalai Lhama, damit die Menschheit erfährt, dass es auch noch andere Religionsminderheiten gibt?! Noch so ein relativ überflüssiges Thema. Die Darstellungen zum Tod des monegassischen Geschichtsreliktes Rainier weisen en passant eigentlich nur eindringlich auf eines hin: die Existenz eines völlig unnützen Schmarotzerstaates - von der Herrscherfamilie bis zu den zugewanderten »Einwohnern«.
5.3. Inzwischen werden ja schon bis zu 4 Millionen Pilger und sonstige Schaulustige zur Beerdigung des Papstes in Rom erwartet. Karitative Organisationen und die Stadtverwaltung wollen und müssen sich in erster Linie um sie kümmern und die Kosten tragen.
3.3.
2.4.
Der arme Harald Juhnke hat ein Pech: Ein Papst stirbt durchschnittlich nur alle acht Jahre. Und ausgerechnet zu seinem sirbt einer und raubt ihm die ganze öffentliche Aufmerksamkeit.
1.4.
Doch noch einen: Rund 10 Millionen Menschen haben sich weltweit um eine Eintrittskarte zu Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft »beworben«. 800.000 Karten sollen nun verlost werden. Wie soll das gehen? Und wie lange dauern? Nach meiner bescheidenen Überschlagsrechnung etwa 5 Jahre...
Das schiere Salz sprang mir in die Augen als ich lesen musste: Die ehemalige Klatschjournalistin Beate Wedekind besitzt nicht einmal ein Ankleidezimmer! Grund: sie sammele Kunst und habe so viele Bilder, dass dafür ein eigener Stapelraum nötig sei.
- Wir ahnten, ja wussten es: bei Kunstsammlern geht Masse vor Klasse.
- Apropos Schnarchposten: Es ist in der Uni-Verwaltung offensichtlich nicht bekannt, dass es jährlich rund fünf Monate vorlesungsfreier Zeit gibt. Im Gegenteil: Die übelsten baulichen Maßnahmen und gebäudeinterne Umzüge müssen unbedingt im Semester bei laufendem Lehr- und Examensbetrieb erfolgen.
Teile der USA-Wirtschaft und z.B. der CDU-Wirtschafts-»Experte« Wissmann finden SPD-Müntes Vergleich von Kapitalisten mit Heuschrecken nicht gut. Damit würden Investoren (Neudeutsch für Spekulanten) verschreckt.
- Na hoffentlich, und die »Geldmärkte« gleich mit! Hat schon mal jemand gehört, dass deren Aktivitäten jemals auch nur einen einzigen zusätzlichen Arbeitsplatz geschaffen oder auch nur für fünf Cent Werte produziert hätten?
- Da wäre die deutsche Wirtschaft ja mit 200.000 Fahrradfabriken völlig aus dem Schneider!
Vor drei Tagen wurde in England der dort groß auf deutsch propagierte »Mädchentag« ein riesiger Flop. Vor zwei Tagen dasselbe in Deutschland. Erst gestern wurde der »Girls Day« hierzulande ein Erfolg.
- Wir wussten doch immer: Die Briten sund stur und kennen keine Fremdsprachen. Anders die Deutschen. Sie kennen ihre Sprache nicht, dafür fremde sogar in völlig falscher Schreibweise.
(Die Briten sind natürlich nicht so bekloppt, irgendetwas auf fremd zu propagieren. Das ist unseren Eliten vorbehalten.)
Was für ein Bohei. Der »Airbus« hat, jedenfalls äußerlich gewertet, seinen Jungfernflug überstanden.
- Ja, was hat man denn sonst erwartet? Dass man ihm die Flügel abschraubt und als Intercityzug verwendet?
- Zur Schonung unserer Gesundheit wollen wir das mal unkommentiert lassen!
Henryk Broder, eine der Spitzenkräfte in egomaner Selbstdarstellung, fragt süffisant, warum Gewerkschaften gegen 18 Minuten täglicher Mehrarbeit kämpfen.
- Wahrscheinlich, weil die überwiegende Mehrzahl der Mitglieder stundenlang an Supermarktkassen oder Doppeldecker-Lenkrädern sitzt und richtig arbeitet und nicht in Kaffeehäusern herumlungert, um hämische Texte zu immer demselben Thema abzusondern. Jetzt wohnt er übrigens teilweise auf Island, wie er kokettierte. »Må vi godt bede om deres bortgang«, wie wir Skandinavier sagen: Wir grämen uns nicht, wenn Sie versvchwinden.
Scherz am Rande: Irgend ein bayrischer Zukunftspreis für Franz Beckenbauer wurde ausgereicht.
- Wir werden demnach bald wissen, warum und wofür.
Die USA geben wieder ein wunderbares Beispiel ihrer demokratischen Tradition: Diesmal deren Justizminister, der sich nicht entblödet, öffentlich die Todesstrafe für den Terroristen Moussaoui zu fordern - ganz so, als gäbe es keine Trennung zwischen Justiz und Regierung.
- Womit er ja gleich den Gegenbeweis antritt.
Ich gebe ja zu: Auch ich beziehe die Eigenheimzulage. Was mich aber empört, ist der Umstand, dass die Mehrzahl der Politiker beim Stichwort Subventionskürzung reflexartig sofort und fast ausschließlich an die denken, die wieder mal die lobbylose Bevölkerungsmehrheit treffen; wie eben Eigenheimzulage oder Kilometergeld. Schiffbau- oder Steinkohle-Milliarden scheinen tabu. Jaja, die Arbeitsplätze! Jedenfalls die, welche praktischerweise von reisenden polnischen Bergarbeitern eingenommen werden.
- Kunststück, wenn in der Mehrzahl der Disziplinen nur noch diese Studiengänge existieren!
- Was denn? Die größte aller Fehlbesetzungen ist noch da?!
Die USA-Außenministerin hat bei einem Besuch in Moskau gegenüber Präsident Putin »mehr Demokratie« angemahnt.
- Mal hoffen, dass der russische Außenminister bei seinem nächsten Besuch in Washington dasselbe für dort dringend auch tut.
- Nur die Disziplin worin ist noch nicht ganz klar!
- Wie man Dienste »feiert«, wird denkenden Menschen ohnehin nicht zugänglich.
Vor rund 100.000 Arbeitslosen (wer bitteschön hat sonst Zeit, am Spätnachmittag auf dem römischen Petersplatz herumzulungern?) hat eine Religionsgemeinschaft bekannt gegeben, dass sie einen neuen Anführer hat. Aus 115 Greisen hat offenbar derjenige obsiegt, der das günstigste ärztliche Bulletin vorweisen konnte.
- Andererseits: Warum sollte der Präsident einer Autoschmiede klüger sein als der Präsident des Landes?
- So viel zum »Vorsprung« der USA. Aber damit der Abstand nicht so auffällt, muss nun hierzulande und in Europa deren »Bachelor«-System eingeführt werden...
Aus Steglitz-Zehlendorf ist zu hören: Braun ist neuer CDU-Kreisvorsitzender. Nach allem, was dort so passiert ist, müßte es richtiger heißen: Neuer CDU-Kreis-Chef ist Braun.
- Kann man für solche lebensverachtenden Sentenzen nicht endlich hohe Haftstrafen einführen?
Der Politgigant Westerwelle stellt fest, die FDP habe »sich mehrfach als verläßlicher Partner erwiesen und damit ihre Regierungsfähigkeit unter Beweis gestellt«.
- Solche glasklaren Analytiker braucht das Land!
- Weiter so im Kampf um die Menschenrechte und beim Schutz der Armen! Man ist ja im »Mutterland der Demokratie.«
»Die Grünen« steuern rasant auf ihre Unwählbarkeit zu. Jetzt sind sie schon nicht mehr gegen das von Arbeitslosen und verrotteten Bildungseinrichtungen dringend benötigte Milliardenprojekt eines Luftabwehrsystems, nachdem auch sie festgestellt haben, dass wir in der Mitte eines EU-Europas von aggressiven Feindstaaten umzingelt sind. Na, gut, es sind natürlich die USA, die da drohen könnten und schon angestochen sind, weil die Griechen sich erlauben, aus einem unsinnigen und vor allem der US-Rüstungswirtschaft dienlichen gemeinsamen »Verteidigungs«-Projekt auszusteigen, ohne in Washington um Erlaubnis zu fragen.
Monika Hohlmeier, Tochter des Franz »Josef« Strauß und bayrische Kultusministerin (Verdienste und Kompetenzen in dieser Reihenfolge), ist endlich zurückgetreten.
- Ein nicht genannt werden wollender Namensforscher hat darauf hingewiesen, dass Meier in einigen süddeutschen Landstrichen auch Kopf bedeuten kann.
- Wenn sie wüßte, dass es hierzulande sogar 15 Millionen Kinder gibt, die wünschenswerterweise dasselbe lernen sollten. Denn dadurch gibt es dann auch mindestens zwei, die richtig singen können. Wahnsinn!
Zur Illustrierung des Spruches »nach Gutsherrenart« ein auch thematisch treffendes Beispiel: Washington will einen Konflikt vom Zaun brechen, wenn die EU ein Importverbot für die gentechnisch veränderte USA-Maissorte BT-10 erlassen sollte. Es geht dabei immerhin um über 300 Millionen Euro.
- Spaß am Rande: BT-10 ist wegen unüberschaubarer Risiken in den USA selbst natürlich verboten.
SPD-Verlogenheit I: Da ruft der Parteivorsitzende Müntefering auf, »die Macht des Kapitals zu brechen«. Tja. Die haben sie ja nun in den 7 Jahren ihrer Regierung selber sowas von gestärkt und gefördert, dass ihnen alle Wohlmeinenden und die Stammwähler in Scharen davon gelaufen sind.
- Nun ist Wahlkampf in NRW. Sollten die Parteiführer die Ergebnisse ihrer Politik nicht bemerkt haben, sind sie wegen Unfähigkeit, sollten sie versucht haben, sie zu verschleiern, wegen Betrugs nicht mehr wählbar. Sie haben die Wahl!
- Nun entscheidet die Berliner SPD einmal etwas wirklich selbständig und mit 3/4-Mehrheit - hier die Frage des Ethik-Unterrichts an Berliner Schulen -, da mischt sich der Kanzler nebst Bundesvorstand massiv ein. Ach ja, in NRW gibt es strichweise Katholiken!
Da wird in Berlin angeregt, dass sozial Bedürftige nur 3 Euro für Theater- und weitere Eintrittskarten zu kulturellen Veranstaltungen zahlen. Sofort ist die CDU reflexartig dagegen, weil der Vorschlag vom PDS-Senator Flierl kommt.
- Lieber Herr Zimmer! Haben Sie vergessen oder gar nicht gewusst, dass z.B. jeder Theater- oder Opernsitzplatz mit 50 bis 100 Euro öffentlich subventioniert wird und somit von der Gesamtbevölkerung und nicht nur Ihren Wilmersdorfer Wählern alimentiert ist?
Unser aller Außenminister hat solide Kompetenz auf seinem ureigensten Fachgebiet nachgewiesen und in seinen unsäglichen »Äh-, äh-, äh-«Sätzen einen bislang noch unerforschten Plural-Plural entwickelt: Visum (Singular), Visa (Plural), Visas (Doppelplural). Hoffentlich wird ihm der bei der Anhörung im Ausschuss nicht zum Fallbeil!
- Wieso passt denen das nicht? Noch vor wenigen Jahren hatten die meisten von ihnen noch nicht einmal ein eigenes Stück Land, geschweige denn mehr als 1.000 Rubel, als sie aus Russland, Weißrussland oder der Ukraine einwanderten.
Nochmal Ethikunterricht an Berliner Schulen: Gerade hören wir, dass knapp 10 Prozent der Berliner katholisch sind - also unter den Erwachsenen wahrscheinlich weniger als die Moslems! Und da reissen sie das Maul auf?!
- Ja, wie weit sind wir denn, das auf deutschen Beerdigungen schon amerikanisiert werden muss? Oder ist es den Anhängern und Liebhabern des Verstorbenen geschuldet? Oh, Verzeihung, es sind ja seine »Fans«!
- Das erste stimmt erwiesenermaßen nicht, da nicht alle Briten die deutsche Klatsch- und Quatschpresse lesen. Und zum zweiten ist zu sagen, dass die Königin in Personalunion das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche ist und in dieser Funktion einer standesamtlichen Zeremonie nicht beiwohnen darf.
Was ist der Unterschied zwischen 100 nackten Damen und Graffiti? In Berlin wird ersteres für Kunst erachtet. Kein Kommentar.
Die Berliner CDU möchte eine Straße nach Johannes Paul II benennen. Das Vorschlagsrecht hat sie wohl; wenngleich nach meinem Wissen Straßen erst einige Jahre nach dem Tode des Namenspatrons (um-)benannt werden können. Womit sie allerdings den Gipfel der Frechheit erreicht bzw. eine Provokation lanciert, ist der Umstand, dass nach ihrem Dafürhalten die Karl-Marx-Allee entsprechend umgetauft werden soll! Nix prinzipiell gegen Päpste als Straßennahmen. Aber von denen gibt es bislang 263. Und von Philisophen mit Weltrang eher zwei Häde voll. Zudem: Wie hört sich »Woytila-Straße« an! Da klingt doch »Endstation Johannes Paul«, wie beim Hauptbahnhof Roms beschlossen und verkündet, korrekter.
Die Wirtschaftsdemokratie Deutschland zeigt ein überzeugendes Generalbeispiel: Der Konzern Daimler-Chrysler und vor allem sein Vorstandschef Krempp sind Nieten, wie auf der Aktionärsversammlung mal wieder lautstark kritisiert wurde. Nützt nix. Sogar eine »Entlastung« des Vorstandes wird durchgesetzt - mit den als demokratisch hochberühmten Einrichtungen Katar, Dubai und Deutsche Bank als Mehrheitsaktionären.
Bauernverbands-Präsident Sonnleitner und sein Verein sind vehement gegen den Einsatz deutscher Arbeitsloser als Erntehelfer. Ist ja klar: Die Fremdarbeiter (so sagte man gern, besonders zwischen 1933 und 1945) gerade aus dem Osten sind wohl nicht nur preiswerter, sondern vor allem pflegeleichter und gehorsamer als etwa beschäftigungslose Bauarbeiter aus NRW.
- Bei dieser Idee der »Agentur für Arbeit« schimmert zudem durch, an was man dort unter Qualifizierung für den 1. Arbeitsmarkt so versteht...
- Da ist der Vatikan als eine der reichsten Organisationen der Welt und eigentlicher »Verursacher« der Situation wieder fein raus!
Nachdem das Fernsehen gestern erfolgreich den Tod des Papstes herbeigesendet hat, dazu doch noch zwei Anmerkungen:
1. Bemerkenswert die unprofessionelle Hilflosigkeit der Korrespondenten. So fiel dem eigens hingeeilten (Wichtiges erfordert wichtige Menschen) RTL-Nachrichtenoberguru Peter Kloeppel nicht viel mehr ein als Sentenzen wie: »Die EKG-Ausschläge zeigen keine Ausschläge mehr.« Und wegen der hilflosen Dauerstammelei des ebenso schlecht platzierten wie informierten Michael Mandlik verpassten Frau Will und alle ARD-Gucker die offizielle Todesmitteilung um fast anderthalb Stunden.
2. Erstaunlich bis erschreckend wirkten die Kühle und emotionslose Phrasenabsonderung der vor die Kameras gezerrten Oberpfaffen.
Das war eine Tortur für alle Nichtchristen, das Sterben des Papstes in und mit den Medien! Mehr können die Kirchen wirklich nicht erwarten von öffentlich(-rechtlich)en Anstalten als diese »Werbung«, wenngleich die Journaille mal wieder überwiegend gezeigt hat, dass und was sie nicht kann. So zum Beispiel diese Sentenz eines TV-Reporters über die Gaffer auf dem Petersplatz in Rom: »Eltern möchten es ihren Kindern nicht vorenthalten: das langsame Sterben des Papstes.«
- Es sei an die klassische Zurückhaltung des kommunistischen britischen »Morning Star« erinnert, der zur Hochzeit der Prinzessin Anne wie folgt berichtete:
»Anläßlich der Hochzeit von Anne Windsor und Captain Mark Phillip kam es gestern in der Londoner Innenstadt zeitweilig zu erheblichen Verkehrsstörungen.«
Heute lieber nichts. Das wird einem ja doch nur als Aprilscherz ausgelegt. 8-)