
31.8.
30.8.
Hurrikan »Katrina« hat uns vier Dinge gezeigt:
1. Die »führende Techniknation« hat nicht einmal ein stabiles Handy-Netz und höchst unsichere Treibstofftanklager vor Ort im Produktionsgebiet.
2. Wenn die jüngsten Hochwasserschäden in der Schweiz, in Österreich und Bayern zusammen ca. 1,1 Milliarden betragen, machen es die US-Versicherungen nicht unter dem 20-Fachen.
3. Gibt es dort eine Naturkatastrophe, haben wir pausenlos Sondersendungen auf allen Kanälen; wenn z.B. Bangla Desch mehrmals jährlich im Monsun versinkt, gibt es dazu häufiger nicht einmal eine Meldung.
4. Wer das Kyoto-Protokoll derart mit Füssen tritt, muss mit Rückschlag rechnen.
Wie isse nun schön und eben eingetroffen, diese Presseeinladung der »Freunde der Erde«:
Diskussion mit Renate Künast
29.8.
Verarsche I:
Frau Merkel hat den als Versager abgeschobenen Industrieboss v. Pierer als Sachwalter für Wirtschaft in ihr »Kompetenzteam« aufgenommen. Der hat sogleich versucht, sich mit folgendem Kompetenzspruch in seiner angestammten politischen Heimat zu profilieren: »Bremsen lösen und Kräfte entfesseln.« Toll. Da kann er die deutsche Wirtschaft gleich ebenso energisch gegen die Wand fahren wie seinen bisherigen Verantwortungsbereich Siemens.
Verarsche II:
Apropos Sprücheklopfer: Politniete Kirchhof (Man soll ja wirklich keine Namensscherze machen. Leider.) hat als Begründung für die weitestgehende Abschaffung der Entfernungspauschale - die ihm als Dienstwagenabstauber ja leider völlig unbegreiflich ist - folgende lockere Sentenz geprägt: »Die Fahrt von der Arbeitsstelle nach Hause ist doch im privaten Interesse und schön, weil man bald die Familie wiedersieht.«
Ja, die ist dann nachgerade vergnügungssteuerpflichtig; während über den Charakter der Fahrt ZUR Arbeitsstelle noch gerätselt wird.
28.8.
Tut mir leid, Ladies, aber zwei spitzenmäßig angesiedelte Journalistinnen stützen mal wieder massiv das Vorurteil, dass Frauen nix in der Politikberichterstattung zu suchen haben: Bettina Schausten (ZDFs absolute Politik-Fehlbesetzung) und Brigitte Fehrle (früher mal »taz«, jetzt »Berliner Zeitungs«-Hilfslosin) haben nun leider zum Thema Lafontaine nicht mehr beizutragen als Kritik an seinem angeblichen (und wenn es so wäre, na und?!) »Toscana-Lebensstil«. So hilflos kann (verordnete?) politische Antipathie sein! Oder reicht ihnen nur ihr eigenes Einkommen dazu noch nicht?
Fragt sich zudem, ob die häufig sechsstelligen »Neben«-Einkünfte gewisser Christ- und Freidemokraten aus kumulierten Abgeordneten-, Minister- und Fraktionsvorsitzbelohnungen, Aufsichts- und Landratsvergütungen und wahrscheinlich zahlreichen sonstigen Gefälligkeitsdiensten (meist als willfährige »Experten«-Gutachter) nicht kritisch-medientechnisch viel interessanter sind? Man könnte ja Namen nennen...
Aber auch so pervers kann Politik sein: Berliner SPDler regen an, dass während der Fußball-Weltmeisterschaft die Nahverkehrspreise um 25 Prozent gesenkt werden. Warum, sagen sie nicht präzise. Es wäre doch für die Bevölkerung wesentlich besser, (a) auf die nur wenigen (also DFB, Günter Netzer, Premiere - das sind ja gleich schon mal 7) unverzichtbar erscheinende Fußballprofi-Messe namens WM und deren horrende Kosten, oder (b) gleich grundsätzlich auf unsoziale Preiserhöhungen zu verzichten.
27.8.
Mein Gott, ist Berlin reich! Da faselt eine nostalgiebesoffene Truppe etwas vom Wiederaufbau des Stadtschlosses, und sogleich »begrüßen« CDU, FDP und SPD diese »Pläne«, die den Steuerzahler mindestens 30 Jahre lang mindestens 30 Millionen kosten würden. Das sind dann in summa 900 Milionen Euronen. Dazu muss man wissen, dass die Schäden des jüngsten Hochwassers für die gesamte Schweiz im Vergleich nur auf rund 700 Millionen geschätzt werden.
Die Totalkosten der hiesigen Hirnschäden sind noch nicht ermittelt.
Peter Glotz ist tot. Nun ist Wolfgang Schäuble vorerst konkurrenzloser Allesbesserwisser in der Politik.
Der Hochwasserpegel im Alpenraum sinkt. Steigen nun die Spenden aus Sachsen und Sachsen-Anhalt?
Es ist schlimmer, als Klein Fritzchen es sich vorstellt: Ein US-Milliardär wünscht sich so sehnlich, einmal Botschafter zu werden. Sein Präsident, der ihm wg. Wahlkampfspenden etwas schuldig ist, sagt: »OK, geh' nach Germany. Die gehorchen demnächst sowieso wieder auf's Wort.« Wohl kaum der Erwähnung wert, dass der Greis weder Deutsch spricht noch diplomatische Kenntnisse hat.
Mit sowas hatte das Alte Rom abgelegene aufsässige Provinzen gedemütigt!
26.5.
Wir loben die neue, humanistische Ausweisungspraxis in Großbritannien! Bislang saßen die bedauernswerten Haßprediger, Terroristen, Terroristenbefürworter und Demokratieablehner fest: Mangels ausreichender Intelligenz oder formaler Bildung war es für sie schwer, einem geregelten Lebensunterhalt im liberalen, weltoffenen London oder Manchester nachzugehen; der Kauf einer Fahrkarte ins Ursprungs- oder gar gelobte Land wie Afghanistan oder dem Irak für sie und ihre ausschweifigen Familien war somit nicht möglich. Nun kriegen sie auf Wunsch das Ticket frei Haus, inklusive Gratistransfer zum nächstgelegenen Flughafen, damit keine unnötige Sekunde Verweildauer im Bereich des Satans bleibt.
Privat gucke ich solche TV-Talkshows wie »Berlin Mitte« schon lange nicht mehr; nur noch dienstlich. Denn es erweist sich im Prinzip dort ständig nur die Bestätigung der Erkenntnis: rechts und Logik passen einfach nicht zusammen.
Dänemark erweist sich derzeit als das Lieblingsland der Schwarz-gelben: Es sei ein Land ohne Kündigungsschutz und mit dennoch kaum Arbeitslosigkeit. Tja, liebe Angela Merkel, Roland Koch oder Saarland-Müller, wenn das so einfach wäre. Da muss man dann nur noch die dänischen Steuer- und Sozialgesetze übernehmen: 25 Prozent Mehrwertsteuer, dazu gute 20 Prozent Luxussteuer oder - der Hit - 90 Prozent des letzten Lohnes als Arbeitslosengeld. Zeitlich unbegrenzt, natürlich.
Ihr ausgewiesenen Experten wisst es nur nicht, denn ihr führt ja einen »ehrlichen Wahlkampf«!
25.8.
Die ZDF-»Berliner Runde« mal wieder ein Ausbund an Demokratie: Die Linkspartei ist nicht vertreten. Flaue Begründung: Es sind nur Vertreter der im Bundestags vorhandenen FRAKTIONEN geladen.
Frage: Was macht Bayern-Ede dann dort? Gibt es in Berlin gar eine CSU-Fraktion?!
In summa übrigens: Die Sendung war im doppelten Sinne des Wortes nicht der Rede wert!
24.8.
Das Wetter ist der beste Freund des Bauern: Ist es gut, werden Rekordernten in Quantität und vor allem Qualität erzielt - Grund für Preiserhöhungen. Ist es schlecht, wie derzeit, wird auf Ernteinbußen um 12 Prozent verwiesen - Grund für Preiserhöhungen.
Und Bauern-Präses Sonnleitner barmt um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirte. Wettbewerbsfähigkeit! Herr Oberbauer! Der Agrarmarkt kostet uns mit seinen zig Milliarden an Subventionen die Hälfte des EU-Haushaltes. Wo ist da »Wettbewerb«?.
23.8.
Den Hochwasser-Betroffenen unser Bedauern. Doch hoffentlich nehmen sie es nun endlich einmal zum Anlass sich aktiv dagegen einzusetzen, dass Berghänge für Skifahrer gerodet, ganze Landstriche durch Straßen und Plätze versiegelt sowie Bäche und Flüsse widernatürlich kanalisiert werden und somit dem Wasser »freie Fahrt« geben?
Radfahrer-Doping? Ich hatte schon immer vermutet, dass jemand, der Armstrong heißt, von Natur aus nicht so stark in den Beinen sein kann.
Die Wörter »Siedler« und »Pilger« möchte ich bitte mindestens bis zum Ende des Jahres nirgendwo mehr lesen oder hören!
Soeben wurde der neue »Mietspiegel« für Berlin vorgelegt. Erstaunlich: Trotz erheblichen Leerstands in allen Stadtgebieten sind die Kaltmieten in den letzten zwei Jahren danach um durchschnittlich 5,7 Prozent gestiegen. Lösungsvermutung: Das Übersichtswerk ist hochgradig vermieterfreundlich, somit fließen eben höhere Vergleichszahlen ein.
22.8.
Völlig überrascht die Naseweisen beim »Spiegel«: Da gab es mal jemanden, der Karl Marx hieß!
Im Archiv sitzt jetzt eine Hundertschaft um herauszufinden, was da war...
So zynisch kann nur Israel sein: Die Häuser der sogenannten Siedler im Gaza-»Streifen«.
Schnitt.
Haben Sie bei Nahaufnahmen mal gesehen, dass viele von den »Siedlern« reichlich US-amerikanisch aussehen? Und die Amis haben ja breite Erfahrung in der Besiedlung angeblich menschenleerer Gegenden! Und zudem zahlreiche arbeitslose Filmkomparsen!
Schnitt.
Jedenfalls, die ziemlich luxuriös ausgestalteten Häuser wurden nach dem weltweit gefilmten melodramatischen Rückzug von der Armee brutal zerstört, »damit die Palästinenser nach eigenen Bedürfnissen bauen können«.
Pfui deibel!!!
Der CDU-Hosenanzug (danke, Kabarett-Kollege Urban Priol!) Merkel gestern bei Christiane Sabbelsen: »Ich war in Cottbus und habe mit den Menschen gesprochen.«
Glatte Lüge! Die Wahrheit ist: Sie hat knapp 25 Minuten gegen gellendes Pfeifkonzert ins Mikrofon monologisiert!
Im Übrigen wissen wir: Es braucht weder Ahnung noch Programm, sondern nur »Wachstum und Arbeitsplätze«.
Ich kann es nicht glauben: Der 16. ist endlich weg! Benediktinisch gesehen.
21.8.
Berlins Regiermeister Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck haben gemeinsam angekündigt, dass sie sich mehr in die Bundespolitik einmischen wollen.
Bitte keine Drohungen! Und vor allem nicht ohne Not!
Heute habe ich mich erst gar nicht ans Fernsehen getraut wg. Papst.
Werde wohl für die letzten vier Tage die TV-Gebühren zurückklagen und hoffen, dass dort im Gerichtssaal dann kein Holzkreuz herumhängt.
20.8.
Eben ein völlig putziges Wahlplakat am Rande (im doppelten Sinne des Wortes) gesehen:
<FDP
Markus Löning
Mehr Wachstum. Mehr Arbeit.>
Wir Intellektuellen lernen daraus: Herr Löning ist zu klein und möchte noch was tun.
Immer noch ganztägige ideologisch-religiöse Provokation der Nichtkatholiken im öffentlich-rechtlichen Fernsehen!
Nachdem die auch nach zweifelhaften Kriterien berufenen und zusammengesetzten Landeswahlausschüsse (die in den Parlamenten Sitzenden befinden über eventuelle Konkurrenten, haha) die Linkspartei nicht ebendort haben liegen lassen können, existiert weiterhin ein Generalverdacht:
Die ehemaligen Bundesverfassungsrichter Graßhoff, Klein und Kirchhof haben sich derartig parteipolitisch aus dem Fenster gehängt, dass zweierlei gilt: (a) sie sind offenbar zu doof und (b) und viel fataler: ich glaube dem obersten Verfassungsorgan ab sofort NICHTS mehr!
19.8.
Haben Sie es gehört? Bei »Berlin Mitte« waren gestern zum Klatschen alle beiden SPD-Mitglieder zugegen!
Schiere Zumutung für die mehrheitlich nicht-katholische Bevökerung des Landes, was sich die aus allgemeinen Zwangsgebühren finanzierten ARD, Phönix und ZDF da gestern und heute leisteten: stundenlang Papstbesuch in Deutschland aus allen Rohren! Gottseidank haben Protestanten, Anglikaner, Zeugen Jehovas, Buddhisten, Mohammedaner, Juden oder Hindus keinen Papst, denn einer von denen würde sich bestimmt pro Woche hierzulande aufhalten... Einziger Vorteil: Die Gebühren müssten erheblich sinken, da kaum noch Programmkosten entstünden.
Nachtrag um 23 Uhr 45: Ach nö!! Sie nerven immer noch!!
18.8.
Der gestern ermordete Frère Roger zog die Jugend an. Ganz im Gegenteil dazu der höhere katholische Klerus etwa in den USA oder Österreich, der die Jugend überwiegend auszog.
TV-Nonsens
Fall I:
Liebe ARD! Nach Jahren der Geduld haben wir nunmehr endlich die Schnauze voll und wollen das Gejammer von Peter Dudzik aus Israel nicht mehr hören und fordern einen neutralen Berichterstatter. Er kann ja nun endlich seine »Siedlerin« in ihrem Homeland (wahrscheinlich Weißrussland) heiraten!
Fall II:
Die »Tagesthemen«-Moderatorin Anne Wilms wurde völlig unnötig irgendwohin nach Afrika geschickt, von wo sie irgendeinen völlig unnötigen und uninspirierten und unfähigen Quatsch live absondern durfte. Mal von der Verschwendung der Zuschauergebühren völlig ab merken wir: Sie wird für höhere Aufgaben bei der ARD »qualifiziert«.
Fall III:
Im neuesten »Nachtduell« durften Frau Roth und Frau Schwesterwelle erneut prächtig und für ihre Parteikassen völlig gratis nachweisen, dass sie beide grundsolide politikunfähig sind und von den angebrochenen Themen absolut keine Ahnung haben.
17.8.
Toll und wie geschmiert: Das Bosch-Siemens-Hausgerätewerk Berlin wird geschlossen. Und in Nauen, keine 30 Kilometer entfernt, wieder eingerichtet. Ach, ich vergaß mitzuteilen, dass es natürlich vom Land Brandenburg 5 Millionen Euro »Fördermittel« gibt...
Wie heißt es im gleichnamigen Monopoly-SPIEL? Gehe über los und ziehe 5.000!
Da ist es doch ein Segen, dass der des Papstes auch über die elektronischen Medien geht und gilt. Man muss nur daran glauben, heißt es.
16.8.
Der Ex-Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof wird Mitglied des »Kompetenzteams« der CDU.
Soviel zur parteipolitischen Neutralität unserer obersten Richter...
General und CDU-Regionalparteivorsitzender Schönbohm will im Brandenburger Wahlkampf 21 Termine wahrnehmen. Das Motto lautet »Von Mensch zu Mensch«. Ob er solche Lebensform in dem doch so verrohten Bundesland überhaupt antreffen wird?
15.8.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) müssen einen erneuten Flop ausbaden: Seit dem Jahr 2000 wird in der U-Bahn auf rund 4.000 Monitoren ein TV-Stummfilmprogramm namens »Berliner Fenster« ausgestrahlt. Das hat bisher prächtige 12,6 Millionen Euro - nein, nicht eingespielt, sondern Verlust gemacht.
Der BVG-Vorstand, von dem im übrigen bislang noch kein Verantwortlicher zur Rechenschaft gezogen wurde, will den Kram nun »verkaufen«. Und weil niemand den Schrott haben will, wird ein »negativer Kaufpreis« von 4,8 Millionen hinzugegeben. Zusätzlich zu einer garantierten Abnahme von Sendezeit für die BVG bis 2014 über 9,8 Millionen.
Hätte Berlin 22 Millionen Einwohner, bräuchte jeder nur einmal für einen Euronen extra mitzufahren. Aber wahrscheinlichst geht es mal wieder nur mit einer der halbjährlichen Fahrpreiserhöhungen ab.
Der CSU-Vorsitzende geht als »Wahlsieg-Zerstoiber« in die Geschichte ein.
14.8.
Letztbekannter CSU/CDU-Wahlkampfslogan: Die wirklich dümmsten Kälber schlachten ihre Parteivorsitzenden selber. - Oder waren es nicht doch die klügsten?! (Kälber, selbstmurmelnd!)
Das Nah- und Mittelost-Spiel, neueste Runde, Spielstand. Bekannte Spielregeln:
1. Israel fühlt sich grundsätzlich und immer bedroht. Deswegen darf es entgegen aller sonstigen internationalen Regeln plusminus 100 Atombomben haben.
2. Die USA haben nix dagegen.
3. Die USA haben sowieso immer Recht und dürfen jeden, alles und immer bedrohen.
4. Der Iran darf entgegen seiner Erkenntnis, dass die Erdölressourcen endlich sind, keine neue Energieproduktion aufbauen.
5. Die USA-Regierung weiß von dieser Begrenztheit - wie von so vielem anderen - nix.
6. Die unglaubliche Idiotie der USA-Regierung hingegen ist unendlich.
7. Hier treten Regeln 1 und 3 automatisch in Kraft.
8. Jetzt kommt nach Korea, Vietnam, Iran I, Chile, Kolumbien, Grenada, Irak I-III...
13.8.
Leute, das war doch nur eine Spaßkampagne der Christenunion. In Wahrheit wollte Stoiber lediglich »wachrütteln«. Und zwar die ganzen Penner im Osten, die da in der sozialen Hängematte herumlungern.
Generalangriff auf unsere Portemonnaies in Vorbereitung: die Bauern und das Wetter. Man müsse mit erheblichen Einbuß z.B. beim Getreide rechnen. Na und?
1. Das gehört zum allgemeinen Unternehmerrisiko, auch in diesen bekanntlich völlig »deregulierten« Wettbewerbsmarkt Landwirtschaft.
2. Endlich ist damit mal wieder eine Chance zum Abbau der EU-Überschüsse (wie Weizen- oder Butterberge und Milchseen) gegeben!
12.8.
WDR-»Monitor« wies gestern unabweisbar nach, dass der Kölner Sender nach dem Wahlsieg von Wie-heißt-er-noch-mit-Vornamen Rüttgers fest in CDU-Hand ist: Neben dem üblichen berechtigten, aber unerheblichen linksliberalen Gemaule über die Verhältnisse im Kapitalismus gab es zwei völlig unmotivierte und überzogene Attackenkonstrukte gegen die Linkspartei, diesmal in Person von Lafontaine.
Bei »Berlin Mitte« war das einzige und Dauer-Argument von Peinlich Merkel bei ihrer Einvernahme jenes, dass sie doch »Kanzlerin aller Deutschen« werden wolle. Was mich stark an die Kollektivschuld-These der Amerikaner nach 1945 erinnerte. Und trotz der unüberbietbaren Seichtigkeit der Ausführungen gelang es den offenbar aus der CDU-Wahlkampfzentrale mitgebrachten dumpfbackigen Claqueuren, pausenlos an den falschen Stellen in Jubel auszubrechen.
11.8.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung »regt« eine rasche Erhöhung des Renteneinstiegsalters auf 70 Jahre »an«. Dieser anregenden Idee werden tatsächlich wohl nur die DIW-Sesselfurzer nachkommen können. Aber zumindest würden Millionen Arbeitsplätze geschaffen (und nicht nur lumpige 500.000 der CDU), denn dann brauchen wir für jeden schaffenden Senioren einen persönlichen Betreuer...
CSU-Ede Stoiber lallt weißbiertrunken, die Wahlen dürften nicht von den Unzufriedenen in der Ex-DDR entschieden werden. Wir Deutschen hingegen sind der Meinung, sie dürften nicht von den Bayern entschieden werden!
CSU-Markus Söder fordert ein Unions-Wahlergebnis von mindestens 45 Prozent. So kann man Angela Merkel auch los werden: Der Sündenbock für das Nichterreichen dieses Phantasieproduktes ist mit ihr sogleich gefunden.
Behindertenfernsehen par excellence gestern im ZDF unter dem symptomatischen Titel »Nachtduell«: Da mosern der nicht mehr ernstzunehmende Peter-»Deutschland-wird-am-Hindukusch-verteidigt« Struck mit dem immer schon nicht ernstzunehmenden Friedbert -»ich-weiß-nicht-was-die-USA-im-Irak-machen-aber-es-ist-gut« Pflüger aneinander vorbei. Um dann doch gemeinsam festzustellen, dass ihre Argumente so dünn sind und nur eine Große Koalition ihren gemeinsamen Schlamassel scheinbar mildern und ihre Jobs gewiss sichern könnte.
Nebenaspekt: Bitte, Frau Illner, lassen Sie hiervon ab und Christiane Sabbelsen den Schrott übernehmen!
Hallo, CDU! Völlig vergessen? Ihr seid doch sowas von dringend eine Koalition mit der höchst unappetitlichen »Schill-Partei« in Hamburg eingegangen. Deswegen: ganz christlich-demütig Schnauze halten bei der Qualifizierung von anderen Parteien und Koalitionen!
10.8.
Die Rückkehr des Mittelalters: Der Papst hat allen Teilnehmern des Jugendtreffens in Köln Ablass versprochen. Und ich dachte, von diesem Spuk hätten sie seit der Reformation abgelassen.
9.8.
Eine saftige Ohrfeige für die »wirtschaftskompetente« Merkel von Seiten der Atomindustrie: Diese lehnt die von der CDU als Gegenleistung zur in Aussicht gestellten Verlängerung der AKW-Laufzeiten vorgeschlagene Senkung der Strompreise kategorisch ab. Atom-Forum-Präsident Hohlefelder begründet mit einem Scherz: »Der Strompreis bildet sich am Markt.«
Verbraucher-Ministerin Künast wird jetzt von ausgesuchten Wirtschaftskreisen (d.h. also deren Funktionären) vorgeworfen, ihr kürzlicher Aufruf, deutsche Produkte zum Erhalt oder zur Schaffung von Arbeitsplätzen sei ein Denken aus dem 19. Jahrhundert. Die erfolgreiche, jahrelange Kampagne der englischen Konservativen »Buy British!« (kauft britische Waren!) in den 70er Jahren (des 20. Jahrhumnderts allerdings) ist hierzulande wohl unbekannt geblieben. Und damit er auch etwas sagen darf, wirft H. Pellengahr, Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, einen Idiotismus ein, den andere wohlweislich nicht berücksichtigen: »Damit würde man die Binnennachfrage noch schwächen.« So, wie Pellengahrs Denkvermögen?
8.8.
Sensation! Brandenburgs Innenminister, General Schönbohm, warnt dringend vor der Wahl Angela Merkels zur Kanzlerin. Grund: Die Frau ist in der DDR aufgewachsen; somit seien Verrohung und Gefühlskälte bei ihr programmiert.
»Wahl der ehrlichen Antworten«.Reporterfrage nach einer Großen Koalition.
Politikerantwort I: Wir müssen mit allen Konstellationen rechnen und uns darauf einstellen.
Politikerantwort II: Warten wir doch erstmal die Wahlen ab. Dan sehen wir weiter.
Politikerantwort III: Ich bin nicht bereit, jetzt schon über Unwahrscheinliches zu phantasieren.
Wenn die nicht einmal wissen, was sie wollen - wie sollen wir sie da wälen?
7.8.
Der offenbar einzige realistische Spitzenpolitiker der SPD, Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit, warnt vor einer »Tabuisierung« der Linkspartei. Er ist wohl der einzige, der sich daran erinnert, wie die SPD schon einmal versagte und ein Gutteil ihrer Wähler verlor: mit dem Auftreten der Grünen.
Die ehemaligen Verfassungsrichter Karin Graßhoff (politisch eher graumäusig) und Hans Hugo Klein (vom rechten Flügel der CDU) vertreten die Ansicht, die Linkspartei missbrauche mit ihrer Listengestaltung das Wahlrecht. Der Auflösung des Bundestages unter verfassungsrechtlich fragwürdigen Umständen hingegen hatten sie vollmundig beigepflichtet...
6.8.
Wahlarithmetik I:
Warum machen die Mathelehrer den Unterricht nicht interessant durch Lebensnähe? So merken wir gerade, dass die SPD im Falle einer Großen Koalition als größte Partei durchaus den Kanzler stellen könnte: Denn es gibt SPD, CDU und die - von ihr selbst schon immer so beschworene - selbständige CSU!
Wahlarithmetik II:
Jetzt kommen schon die Auguren mit der Chance einer »Ampelkoalition« (rot-gelb-grün) aus den Löchern. Wir können verdammt davon überzeugt sein, dass sie kommt, wenn es rechnerisch hinhaut. Oder hat schon mal jemand ernsthaft daran gezweifelt, dass die heutigen Günen und die immer-schon-so FDP eine solche Gelegenheit verstreichen ließen?
5.8.
Frau Merkels Brutto-netto-Ahnungslosigkeit ist schnell mit einem Skandal erklärt: Abgeordnete des Bundestags ziehen netto gleich brutto, weil sie keine Sozialabgaben wie etwa Arbeitslosenversicherung leisten.
Dies ist mit einem anderen Skandal erklärbar: In jügster Vergangenheit wurde die Gesetzgebung des Bundestags mehrfach von höchsten Gerichten scharf gerügt. Mit anderen Worten: Die Volksvertreter tun nix und können somit auch gar nicht arbeitslos werden!
Nun hat sie es vorgelegt: die Linkspartei ihr Wahlprogramm. Was das aber soll, geht einem logisch denkenden Menschen nicht ganz ein, denn die Partei will ja keinesfalls in die Regierung oder »Verantwortung übernehmen«...
Die Berufsvertriebenen begehen mal wieder ihren alljährlichen »Tag der Heimat«. Hat ihnen denn noch niemand mitgeteilt, dass Polen und Tschechien schon seit geraumer Zeit EU-Mitglieder sind und jeder problemlos in die Heimat der Mütter und Väter zurückkehren und gar bleiben kann? Aber dort gibt es ja keine Subventionen für die Pflege des Volksgutes...
4.8.
In diesen Tagen werden wir wachstumsorientierten Deutschen pausenlos mit dem Begriff »Endverbraucher« sprachlich malträtiert. Was ist das nur für ein Mensch?
- Ich vermute, da gibt es Verbraucher, die eine Ware zunächst verbrauchen und dann an den Endverbraucher weiterreichen.
3.8.
Jahrelang suchst du nach einem Beweis dafür, dass die dich Regierenden nicht ganz dicht sind. Unterschwellig gilt das immer und für alle. Nun haben wir den Beweis konkret: Der Innenminister von Brandenburg, »Christ«-»Demokrat« Schönbohm, meint, dass 45 Jahre Jahre in der DDR gelebt zu haben dazu führe, brutal und unmenschlich zu handeln.
- Kamerad Schönbohm! Dass Sie offenbar einen Knall haben, kann doch nur daran liegen, dass Sie entweder 45 Jahre zu lange in der Bundeswehr waren oder doch mit fast 70 völlig woanders hin gehören. (Und die verständnisinnigen führenden Spezialdemokraten wie St. Reiche, obschon biologisch ein wenig jünger, gleich mit.)
2.8.
Das Sozialgericht Berlin ist der Auffassung, dass 345 Euro Arbeitslosengeld II ausreichend sei, um ein manierliches Leben zu führen, wenn man sich bescheiden zeige. Das kann ein deutscher Richter ja prima nachvollziehen, der ziemlich genau das Zehnfache monatlich netto abgreift.
1.8.
Jetzt kommen sie langsam damit rüber in SPD und CDU/CSU: Eine große Koalition ist nicht mehr ausgeschlossen. So weit geht die Feindschaft denn doch nicht. Und allseitigen Stillstand haben sie ja bereits in den letzten Jahren fleißig geprobt.
Täglich fällt es mir auf, aber nicht immer ein: Beim ZDF fehlt Zypern auf dem Globus seiner Nachrichtensendungen. Ich habe es ihnen zwar schon mehrfach per E-Mail mitgeteilt; aber in Mainz hört ja keiner auf mich. Vielleicht muss ich demnächst den Botschafter des EU-Mitgliedslandes mal anspitzen?
Tabakreklame soll ja ab heute meistenteils verboten sein. Da könnten die »Zaretten« dann doch glatt um die Häfte billiger werden angesichts der zig Millionen gesparter Werbe- und Sponsorengelder.
- Wohl vorerst nicht hierzulande, denn die Bundesregierung klagt gegen diese EU-Regelung. Sie braucht ja die Einnahmen aus der Tabaksteuer für die medizinische Versorgung der Lungenkrebskranken...