Februar 2005

28.2.
Zum Monatsabschluss kann man den Parlamentariern nur die alte Forderung auf den Weg geben: Ihr seid nicht Vertreter eurer Parteien, sondern des Volkes!

27.2.
Ausgewählte Spitzenpolitiker haben die wirklich brennenden Probleme des Landes erkannt: Sie wollen ein Gesetz, welches vorschreibt, dass auf die Bieretiketten in den Fällen »enthält Zucker« geschrieben wird, wo dies zutrifft.

Der scheidende USA-Botschafter Coates hat in einer Zeitung »acht Wünsche an die Deutschen« hinterlassen: Natürlich das übliche Blahblah.
- Wir haben nur einen Wunsch an seinen Nachfolger: Dass es mal wieder jemand ist, der aus Höflichkeit und diplomatischem Takt wenigsten 3 deutsche Sätze sprechen kann...

26.2.
Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit befürchtet durch die Visa-Affäre negative Auswirkungen auf die Landtagswahl in NRW.
- So ist es recht: Selbst die Politiker glauben nicht an Wahlentscheidungen auf der Grundlage von Parteiprogrammen - also ihre Politik -, sondern (»Wowie« sowieso) an Vordergründigkeiten wie Personenimages!

25.2.
Es ist unerträglich: Seit Tagen werden wir - selbst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eines säkularen Staates! - mit Spitzenmeldungen über den Geistes- und Gesundheitszustand eines Oberpriesters behelligt! Nicht über den des Oberschamanen asiatischer Naturvölker oder des Obervoodoos auf Grenada, von denen wir gerne mal etwas hörten. Von der Relevanz her ressortieren sie alle im letzten Teil der »Tagesschau«: Irgendwo bei den Wasserstandsmeldungen (für die vielen Küstenanrainer) oder den UEFA-Ergebnissen (für die zahllosen Wahnsinnigen, die noch an ehrliche Spielergebnisse glauben). Aber doch bitte nicht als Spitzenmeldung!
- Spitzenandrohung dabei: Weil der Mann durch offenbare Fügung seines Gottes in den nächsten Tagen nicht sprechen kann, soll er schreiben! Ojeh! Da ist doch erst vor wenigen Tagen eine menschenverachtende schriftliche Absonderung von ihm verbreitet worden!

24.2.
Kaum sagt ein Verantwortlicher einmal öffentlich etwas Richtiges, ist es auch wieder nicht recht: Bundesagenturchef Weise weist weise darauf hin, dass ältere Arbeitslose - besonders die in den neuen Bundesländern - kaum noch eine Vermittlungschance hätten.
- Dieses »Geständnis« stieß besonders unter führende Spezialdemokraten auf Wutgeheul. Man äußerte sich »besorgt« oder gar »empört«. So ist das mit der Wahrheit...

Nach dem Ergebnis der PISA-Studie wird vor allem das skandinavische Schulsystem in den höchsten Tönen gelobt - gerade von Politikern, die auch auf dem Sektor die geringste Ahnung haben.
- Nun wollen in Schleswig-Holstein der SSW und die Landes-SPD die Schulen genau nach dem Modell ausrichten. Was passiert? Richtig! Die Herolde des Wissenschafts- und Bildungsstandortes Deutschland in der CDU sind absolut dagegen. Ja, bitte, was denn nun?

23.2.
Interessanter Aspekt zu den »Ein-Euro-Jobs«: (a) In der Propaganda und öffentlichen Schönfärberei sollen sie die Betroffenen wieder für den sog. Ersten Arbeitsmarkt fit machen oder gar qualifizieren. (b) In der Propaganda und öffentlichen Schönfärberei sollen sie keine qualifizierten oder sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze gefähren oder gar ersetzen.
- Ja, bitteschön, wie denn nun?

Vom Cowboybesuch schweigen wir hier.Nur:
- Nicht originell die Feststellung, aber man kann gar nicht so viel fressen wie man kotzen möchte angesichts der Servilität scheinbar autonomer Personen.
- Jaja, die Amerikaner (übrigens nicht die Süd- oder Mittelamerikaner :-) ) haben uns gerettet/befreit/demokratisiert usw...).

Ojeh! Ausgerechnet die für Politik verantwortliche Redakteurin bei ARD-Aktuell verlegt die slovakische Hauptstadt Bratislava nach Slowenien!
- Na gut. Sie ist ja auch nur für die Bush-Besuch-Berichterstattung verantwortlich. Kongenial! (Hat PISA auch hier eine Wurzel?)

22.2.
Es wird unglaublich! Den »Christ-«Demokraten schwimmen nach der Wahl in Schleswig-Holstein nicht nur die Felle, sondern neben ihrer Demokratiefähigkeit sogar die Rationalzellen eines Normalhirns weg. Da dürfen die Wähler des SSW plötzlich nicht mehr gelten, weil jene offenbar falsch gewählt haben.
- Mal abgesehen von der Verfassungsgemäßheit, dass nach dem Bonn-Kopenhagener Abkommen die jeweiligen MInderheiten in Dänemark und Deutschland keiner 5-Prozent-Klausel bedürfen: Ihre Stimmen und ihre Abgeordneten gelten im jeweiligen Parlament uneingeschränkt! Ob sie jeweils Fraktionsstatus haben, ist von einschneidender Bedeutungslosigkeit (das weiss z.B. die FDP hochgradig zu schätzen!)
- Frage am Rande: Wie war es denn damals mit der «Bayernpartei«?

21.2.
Die Spanier haben über die europäische Verfassung abgestimmt; zu drei Vierteln der abgegebenen Stimmen mit »sí«. Eine Befragung zuvor hatte ergeben, dass über 70 Prozent der Wahlberechtigten überhaupt nicht wussten, um was es dabei inhaltlich geht, so dass überhaupt nur knapp die Hälfte abgestimmt hat.
- Wie zynisch, Herr Bundeskanzler, muss man sein, um das Abstimmungsergebnis ein gutes zu nennen?

20.2.
Als in Schleswig-Holstein Geborener kann und will ich ja nicht lästern, obwohl das vorläufige (23 Uhr 45) Landtagswahl-Ergebnis mir nicht sonderlich schmeckt.
- Eines ist jedoch klar geworden: Die grünen Stammwähler sind ebenso unbelehrbar wie die Parteiführung, während die politisch denkende Bevölkerung erst gar nicht zur Wahl gegangen ist - sondern wahrscheinlich fischern :-).

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Sabine Christiansen hat heute fast durchgängig staunend geschwiegen und nur zweimal dämlich nachgefragt sowie nur ein einziges Mal an der falschen Stelle unterbrochen!

Eben haben sie gemeldet, dass das israelische Kabinett   22 Minister (und den Dicken) umfasst.
- Wenn man bedenkt, dass dieser Kleinstaat bloß grob 138 Staatssekretäre und pro Ministerium lediglich (als vom Fernsehzuschauer geschätzte) 12 Pressesprecher unterhält, ist das schon fast eine Untertreibung, wo doch die USA nur 38 Prozent des Staatshaushaltes spendieren. Was macht es da, dass 47 Prozent der Bevölkerung unter der offiziellen Armutsgrenze vegetieren? (Hatten wir es schon über die Atombomben des Landes?)

19.2.
Der Vatikan hat mit der Ausbildung von (vorerst?) rund 100 Priestern zu Exorzisten begonnen.
- Kriegen sie den derzeitigen Amtsinhaber anders nicht weg?

Neues vom Kampf um die Wettbewerbsfähigkeit, um die diesmal die Cottbuser Verkehrsbetriebe bangen: Stellen die nämlich die 42.502 täglichen Pendler nicht mehr zufrieden, werden diese ab sofort nur noch die Hamburger Hochbahn AG in Anspruch nehmen.

18.2.
Im Zuge des Baus der von der Bevölkerung schmerzlichst vermissten »Kanzlerlinie« wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den U-Bahnhof Brandenburger Tor mit moderner Überwachungstechnik ausstatten: So sollen Drogenhändler schneller aufgespürt werden.
- Recht so! Schließlich liegen der Reichstag und das Edelhotel Adlon fußläufig neben dieser Station.

Apropos Reichtum. Was wir von den Sonntagsreden der Politiker über den »Wissenschafts- und Bildungsstandort Deutschland« zu halten haben, zeigte uns jüngst »Der Spiegel«:

Wer so gut wirtschaftet, hat dann ja ein paar Euro für die Anschaffung einiger dringend benötigter »Eurofighter« zum Schnäppchenpreis über!
- Meine Sorge - neben der ständigen Bedrohung von außen - gilt der Frage, wer diese komplizierten Geräte angesichts unserer Bildungsmisere dann noch wird fliegen können.

17.2.
In diesem Winter der drohenden Pandemien bleibt uns auch nichts erspart: US-Präsident Bush beehrt nicht die Hauptstadt, sondern Mainz. Da werden dann nach ZDF-Meldung für etwa 2 Tage Rhein und Main gesperrt, die Autobahnen zwischen Amsterdam und Basel sowie von Saarbrücken bis Magdeburg und der Flugraum über Europa sowieso. Die meisten Firmen im Kerngebiet haben angekündigt, dass sie zum fraglichen Zeitpunkt nur mit Minimalbesetzung arbeiten werden/wollen/können.
- Das ZDF-»heute-journal« hat erkennbar intellektuell schon heute mit dieser Maßnahme begonnen.

15.2.
In Israel sollen jetzt Landräuber (vulgo: »Siedler«) entschädigt werden, wenn sie palästinensisches Gebiet verlassen müssen.
- Das ist Sharons neue Politik: Bislang wurden Häuser von missliebigen Personen und deren Familien einfach vom Militär zerstört.

14.2.
»Ich übernehme voll die politische Verantwortung!«. Vom Tragen der Konsequenzen kein Wort. So kann man natürlich Deutschlands beliebtester Politiker werden und bleiben: Nix tun, dann machst du auch keine Fehler. Aktenvorgänge im Auswärtigen Amt brauchen offenbar ein halbes Jahr, um 30 Meter Flur zu durchschreiten (vom Staatssekretärs- zum Ministerbüro). Und wenn es brenzlich wird, schickst du die vor, die erwiesenermaßen von Politik und der Materie noch weniger Ahnung haben, aber schwer begeistert sind: Roth und Sager zum Beispiel (Krista Sager etwa - war mal Landesministerin - spricht fachkundig von Visa (Plural), wo sie Visum meint...).
- In alten »Landser«-Romanen gab es mal die Geschichte »Blitzmädels an die Front«.

13.2.
Kongenialer Programmtitel heute in der ARD: Eishockey der Volksmusik.
- 8-(

Selbst in allen Bildungsprogrammen muss man heute hören: »Ahsser Miller verstorben.«
- Naja; nicht jeder Redakteur muss richtig fremdsprachlich aussprechen können. Aber wissen, dass der Mensch zwar sterben, jedoch nicht versterben kann (ge storben war er nämlich im Regelfalle schon vorher!).

Wie haben wir früher gesagt? Es ist uns ein innerer Reichsparteitag! Wenn nämlich z.B. so ein völlig unpolitischer Hirsch wie Außenminister Fischer blöde blökt: »Wir brauchen eine Stärkung der NATO!«
- Ernsthaft. Hat er, der »Grüne«, im Taumel der Münchner »Wehrkundetagung« gesagt. Wobei eigentlich alle wissen: Wo und wenn du keine Ahnung hast (Doppelangebot für Politiker) und es ein Bildungsangebot gibt: Höre zumindest erstmal zu!

Bei der unfähigsten, aber (deswegen?) bestbezahlten Sendungsleiterin des deutschen Fernsehens waren zu besichtigen (na gut, zugehört haben wir in den allfälligen Bierpausen auch) diesmal (wieder) u.a. der selbstgefällige SPD-Beck, der unbelehrbare CDU-Bosbach und der überpensionierte Schwätzer Biedenkopf. Selbst bei ausländischer Expertenbeteiligung führten sie unbeeindruckt ihre Gespensterdiskussion über innenpolitisch Meistschuldige am NPD-Wachstum.
Die solidesten, ahem, Argumente gegen »Rechtsintellektuelle« - na hören's: entweder rechts oder intellektuell! - wurden »zeithistorisch« (jawoll, auch dafür gab es einen Experten, der offenbar Zeit und Historie gewaltig auseinander sah!) vorgetragen.
- 'tschuldigung! Hier habe ich wirklich abgeschaltet!

12.2.
Jesus und Maria - äh, Verzeihung - Cristo und Jeanne-Claude (bei den deutschen Berichterstattern aussprachemässig übrigens Jean-Claude) scheffeln mal wieder Millionen, weil sie den Helfern in New York nix geben. Aber der durchschnittliche Ami ist ja heilfroh, wenn er überhaupt mal die Gelegenheit hat, Hand an Kultur zu legen.

Der Herr Bütikofer (wenn Sie ihn mit recht nicht kennen: Das ist der augenblickliche Vorsitzende der so genannten Grünen) stellt mal wieder fest, was alle Politiker in vergleichbaren Situationen tun: Weil der Herr Volmer (das ist, nein war, der Ersatzfischer) eine Reihe von Ämtern und Funktionen niederlegt, hat Herr B. »vollen Respekt für diesen Schritt«.
- Will meinen: Das täte er sich selber höchstwahrscheinlich nie an. Denn Eigenrespekt ist unüblich (und Selbstrespekt drückt sich wahrlich anders aus).

Ich habe es gerade mit eigenen Augen im TV gesehen: Es spielten Mauresmo und Petrova. Aber dennoch war oben rechts eingeblendet: Damentennis.

Um beim Thema zu bleiben: Jaja, wenn die Franzosen Fremdwörter gestatten. Dann heißt es z.B. gaz, 'tschuldigung, ganz offiziell »Open Gaz de France«. Das Tennisturnier ist jedoch ein Gaz de France Open, oder, wie wir sagen würden wenn wir dürften: offene französische Meisterschaften oder, seit dem 100-jährigen Krieg, French Open.

Aber unsere sprachlichen Vorbildgeber (Journalisten, Funktionäre, Politiker und ab A13) sind auch nicht ohne - komplette Verwirrung, wenn einer mal nicht Meier oder Müller oder Schulze heißt: sondern Hoyzer. Schon die Schreibweise lässt ganze Verlagshäuser rotieren, während die Aussprache im Deutschen Fernsehen ja klar ist: Nur für 'ne Pizza (Z bedingt Doppel-Z!) werden wir um die Häuser ziehen.

Wegen grassierender mangelhafter Sprach- und Atemtechnik im deutschen Hörfunk und Fernsehen habe ich noch immer nicht begriffen, was diese Bierathleten winters so treiben.

11.2.
Die Innenminister können sich nicht darauf einigen, die NPD zu verbieten, und wollen sie lieber weiterhin vom Verfassungsschutz beobachten lassen. Und damit können hiesige Juristen, die ja mehrheitlich immer 150-prozentige Diener der jeweiligen Staatsform waren und sind, leider nicht umgehen.
- Hat jemand die Politiker eigentlich schon mal gefragt, wohin das führen soll: Werden die Faschisten infiltriert, können sie nicht verboten werden; werden sie nicht ausgespäht, gibt es zu wenige Beweise für ein Verbot...

»Bambi-« und »Goldene Kamera«-Verleihungs-Zeremonien nehmen ja nun wirklich schon semireligiöse Züge an. Kein Wunder, dass Nina Ruge und andere Semi-Journalist(inn)en bereits von einer »Verkündigung« der Preisträger faseln!

10.2.
In der Presse barmt der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (was der und das bloss kosten!): »Handwerk drängt auf Steuerentlastung«.
- Wir Normalbürger schon lange. Aber unsere Interessenvertreter (vulgo: Abgeordnete)vertreten andere Interessen, so dass wir mit derartigen Meldungen nie auf die Wirtschaftsseiten gelangen.

Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst (Bund und Kommunen): Unter anderem soll leistungsgerecht bezahlt werden.
- Bin schon ganz gespannt, wie z.B. die Museumswächter ihre Leistung steigern werden!

Der intellektuell immer wieder überzeugende sächsische Ministerpräsident Milbrad in einer Talkshow über Arbeitslosigkeit: »Es gibt Leute die sagen: Es geschieht nichts. Das ist falsch! Es geschieht etwas.«
- Oder einfacher: Was geschieht, ist falsch.

9.2.
Schlecht (aus-)geschlafen, weil ich in tiefer Sorge (»denk ich an Deutschland in der Nacht«) gar nicht erst richtig in den Schlaf kam: Schon wieder wurde unsere globale Wettbewerbsfähigkeit in Frage gestellt. Diesmal von zahllosen Investoren (lateinisch für Spekulanten).
- Da nützt es ja gar nix, dass wir (»wir«!) seit Jahren sogenannte Exportweltmeister sind! Weltweit will ja niemand unsere Produkte haben!

Die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten überschlagen sich nachgerade in der Übertragung der »Goldenen Kamera«-Verleihung. Und entblöden sich nicht, dadurch gigantische kostenlose Reklame für den bedürftigen Springer-Verlag zu machen
- In den bodenlos dälichen (Fragen wie Antworten) Begleitinterviews müssen wir dann auch noch pausenlos von »wunderbaren« Kollegen hören. Brech!

8.2.
Es geht mal wieder um die Deutsche Raffkebank. Im Rahmen der Globalisierung (lateinisch für internationale kapitalistische Ausbeutung) droht ihr wegen absolut mangelnder Wettbewerbsfähigkeit eine Abkoppelung, wenn nicht Schlimmeres.
Szenario 1: Oma Piefke muss dann in einer Filiale der Citibank in Buenos Aires ihr Sparbuch vorlegen, wenn sie etwas abheben will - und zwar persönlich.
Szenario 2: Sie kriegt nix, weil sie die spanische Aufschrift auf den Automaten, die das Personal ersetzen, nicht versteht.
Szenario 3: Sie muss erstmal 30 Euro bezahlen, weil ihr Geld auf dem langen Wege dorthin sämtliche Reisespesen aufgebraucht und Schulden gemacht hat.
Szenario 4: Ackermann, vulgo Bauer, hat sich mit weiteren 12 Mio steuerfrei und höhnischem Gelächter über die deutschen Blödmänner ins heimische Tessin fortgemacht.
- Gottseidank nix von alledem: Die Citibank übernimmt auch die hiesigen Filialen. Die Automatenbeschriftung ist deutsch. Die Kontogebühr bleibt bei 25 Euro. Ackermann kriegt nur jeweils 11 Millionen, aber dafür 3 weitere Jahre, und hat versprochen, dazubleiben und nicht höhnisch zu lachen.

Da fällt mir ein: Vor zwei Jahren haben auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre Fahrpreise unter Hinweis auf ihre Wettbewerbsfähigkeit um durchschnittlich 15 Prozent erhöht (anheben tun sie dieses Jahr übrigens wieder, aber aus keinen Gründen):
- Es war auch eine Horrorvision, bei London Transport ein Zwischenticket lösen zu müssen (natürlich dort an Ort und Stelle), um von Zehlendorf nach Marzahn zu gelangen, nur weil Paris Metro den Laden übernimmt, sich bei der Abrechnung aber nicht mit Shanghai Red Star Urban einig wird - während die Vereinigten Straßenbahnbetriebe Pinneberg/Elmshorn draußenvor bleiben (natürlich, weil ihr Bundestagsabgeordneter mal wieder nicht funktionierte - siehe oben).

7.2.
Genial gestern die Annonce im Berliner »Tagesspiegel«:

Ketzerische Fragen dazu:
- Gilt es eigentlich als Arbeits-Verweigerung, wenn man ein vom »Jobcenter« angebotenes Abgeordnetenmandat ablehnt?
- Ist ein (Bundestags-)Abgeordneter nicht im strengen Sinne eine »ICH«-AG?

Das Gerangel der Abgeordneten um Nebentätigkeiten und damit -verdienste gilt übrigens offenbar einem bisher noch nicht öffentlich diskutierten Zweck: Nicht der Möglichkeit, wieder in einen Zivilberuf einzusteigen, sondern dem Überleben »danach«. Wer kann sich denn solche Figuren wie Bosbach, Roth (ok, die kriegt noch nicht mal was nebenher) oder Stoiber in einer realen Berufstätigkeit vorstellen? (Höchstens als Schweigegeldempfänger.)

Apropos Stoiber: Ich hatte den Mann in der Vergangenheit immer als politikunwillig eingestuft. Nach dem Scheitern der Gespräche zur Föderalismusreform übermannte mich der Gedanke an Politikunfähigkeit (beim Müntefering übrigens ganz allgemein ganz offensichtlich!), bei seinen Absonderungen zum Rechtsextremismus wurde es zur Gewissheit.

Können sich eigentlich solche Politikdarsteller wie Bosbach, Söder (prima wenn/dass ihn keiner kennt) und Stoiber nicht vorstellen, dass es konservative und rechtsorientierte Wähler gibt, die von der CSU/CDU ganz einfach die Schnauze voll haben und dann etwas anderes oder gleich das Original wollen?

5.2.
Postwurfsendung von T-Mobile (sprich: Tee-Mobiehle, also Heißgetränk-Transporter, oder wie oder was?). Der Weltmeister im Kauderenglisch macht auf sein neuestes Angebot der »CombiCard Teens« aufmerksam.
- Der Telefonkonzern will also, wenn wir gutwillig unsere Englischkenntnisse zusammenkramen, auf eine »heranwachsende ZusammenstellKarte« hinweisen? Wer es nicht glaubt, kann ja per »Push to Talk-Handys« (Sprechstoß?) dort nachfragen.

Welches ist das Land, in dem eine simple Melodienfolge, unterlegt mit dem aufpeitschenden Text »Schnappi«, es an die Spitze der Hitparade bringt?
- Hatte mich schon vor Jahren gefragt, was das für eine Gesellschaft ist, in der ein Erstliga-Fußballspieler im Jahr mehr verdient als ein Wissenschaftler in zwanzig. Man nennt das Kultur- und Wissenschaftsstandort Deutschland. (Eben las, wohl weil er nicht anders konnte, so ein Bundesliga-Profi diesen Satz im TV vor: »Ich will in zwei Jahren deutscher Meister sein; das ist mein festes Ziel.« Vorgelesen!!)

Apropos Leibesübungen: Heute fand der Ball des Sports statt. Da wird, ich weiß nicht wie, Geld gesammelt. Die TV-Allzweckwaffe J. B. Kerner meinte dazu: »Da kommen hoffentlich Millionen zusammen.«
- Wohl für die Fußball-Schiedsrichter?

4.2.
Im Rahmen des »Fußball-Skandals« hat die Berliner Staatsanwaltschaft die mit den entspr. Ermittlungen befasste Arbeitsgruppe personell verstärkt.
- Wie schön für uns, dass die Justiz offensichtlich keine wirklich wesentlichen Dinge zu bearbeiten hat...

Max Schmeling ist tot und wir können uns vor Sondersendungen im TV kaum retten.
- Na, da steht uns beim Ableben von Boris Becker oder gar mehrfacher Weltmeister wie Schumacher wohl mindestens eine Sonderwoche bevor!
- Schmeling leitete nach »Tagesschau«-Mitteilung übrigens »einen Hamburger Getränkekonzern«. Ja, so kann man den General-Lizenznehmer für Coca Cola Deutschland auch nennen.

3.2.
Von der insolventen Walter-Bau-AG sollen die profitablen Firmenteile in eine »Auffanggesellschaft« ausgegliedert werden.
- Dort werden dann die Profite aufgefangen.

Die Medien rüsten schon für ihre Sondersendungen und -beiträge zum 60. Jahrestags des Weltkrieg-Zwei-Endes am 8. Mai und graben nun auch die Leiden der Deutschen aus. Zum Beispiel die Tausende oder eher Zigtausende durch Soldaten der Roten Armee vergewaltigter Frauen. Das ist für die Betroffenen mehr als schändlich, und sie verdienen unser Mitgefühl.
- Es scheint aber in die Köpfe der Knopps nicht hinein zu gehen, dass die russischen Soldaten dazu nicht »erst mit Alkohol und durch Politkommissare aufgestachelt« zu werden brauchten. Denn die faschistischen Ja-Schreier (»Wollt ihr den Totalen Krieg?«) hinterließen in 4 Jahren ein völlig verwüstetes Land und 25 Millionen (!) Tote, davon 15 Millionen Zivilisten!

Auch so eine unreflektierte Redensart in diesem Zusammenhang: »Die Opfer des sinnlosen Luftangriffes.«
- Wo gab es denn sinnvolle Bombardierungen?!

2.2.
Mal wieder ein Aufruf in den Medien, kräftig Urlaub in Thailand zu machen, um dadurch die von der Flutkatastrophe Geschädigten zu unterstützen.
- So ein Schwachsinn! Was haben die Leute dort denn vor  dem Einsetzen des Massentourismus für ihren Lebensunterhalt gemacht?! Jetzt werden sie erneut wieder zum Nutz und Frommen der westlichen Länder in eine Monokultur zurückgetrieben.

Eine gehörige Anzahl von Abgeordneten ist der Ansprache des Bundespräsidenten Köhler in der israelischen Knesset fern geblieben, weil er sie auf deutsch hielt.
- Ja meine Güte, er ist nun mal Deutscher. (In Berlin kann nicht einmal der US-Botschafter deutsch!) Die fehlenden Parlamentarier haben derweil wahrscheinlich eine Probefahrt mit einem der begehrten deutschen U-Boote gemacht.

Ex-Finanzminister Waigel soll die Regierung von Mazedonien beraten. Dass er Land und Leute nicht kennt, hat er freimütig zugegeben. Das Nebenbei-Honorar liegt bei 10.000 US-Dollar im Monat; dafür will er dann einige Male jährlich in Skopje auftauchen. Schätze, dass der Weltmeister im Haushaltslöcher-nicht-Erkennen und Staatsschulden-Anhäufen höchstens ein Jahr braucht, um Mazedonien endgültig pleite zu kriegen. Unklar ist noch, wer das Honorar aufbringen soll: Mazedonien (kann nicht!), die EU (bitte nicht!) oder die BRD (um gotteswillen!).
- Wussten Sie übrigens, dass auf ihrem Gebiet solide ausgebildete Fachleute mit landeskundlicher Vorbereitung und mindestens 2-Jahres-Verträgen hauptamtlich höchstens 3.000 Dollar bei ständiger Anwesendheit verdienen?

Der Bundeskanzler ist mal wieder »fest davon überzeugt, dass...«
- Auf gut deutsch: »Ich hoffe, Sie glauben mir den Quatsch...«