
30.6.
29.6. Doch die »Berliner Zeitung« erinnert an einen möglichen Grund: »Teures Öl belastet Wirtschaft stärker als befürchtet«. Aber die Bevölkerung doch gottseidank nicht! Vielmehr meldet das Blatt auf Seite 1: » 345 Euro für alle«.
28.6. Verblödungstendenzen bei der ARD: Laut Tagesschau ist der neue iranische Präsident »ultrakonservativ«. Verblödungstendenzen beim ZDF: Da wird uns in der »heute«-Sendung die Zerstörung eines Toilettenhäuschens im Gaza-Streifen durch israelische Bulldozer und das konzentrierte Gejammer sogenannter Siedler gezeigt, von denen einer die Hütte besaß.
27.6. Die Seligsprechungsmaschine des Vatikans rattert auf Hochtouren: Hat Johannes Paul II nach seinem Tod vor drei Monaten schon (ein) Wunder vollbracht? Dann könnte er in die 2. Liga aufsteigen (die 1. ist mit Heiligen besetzt, aber Aufstieg möglich). 26.6. Konföderations-Pokal bislang: Die überbezahlten deutschen Fußball»spieler« erwecken den Eindruck, dass sie im Laufe des nächsten Jahres ein WM-Achtelfinal-Niveau durchaus erreichen könnten.
25.6.
24.6.
23.6.
21.6.
19.6.
17.6. Präsidentschaftswahlen im Iran. Einer der Jetztkandidaten und schon mal gewesener Staatspräsident ist dem Vernehmen nach der reichste Mann des Landes. Da sollten wir doch bei der Transskription konsequent Raffsandschani schreiben. Der Point-Alpha-Preis wurde heute verliehen. Je 50.000 Euro gingen an Bush Senior, Gorbatschow und Kohl.
16.6. 18 oder gar 20 Prozent Mehrwertsteuer werden diskutiert.
15.6. Der Bundeskanzler hat in Puncto Genforschung ein wenig mehr geistige Beweglichkeit angemahnt. Ohohoh! Das hätte er nicht tun sollen, denn damit rief er den »Deutschen Ethikrat« auf den Plan. Ein nur wenig demokratisch legitimiertes Gremium, vollgesogen mit Berufs-Christen gerade auch von den Grün-Alternativen mit ihren frustrierten Pfarrern und Priestern, das Repräsentation der Bevölkerungsmeinung spielt. Jetzt kommen sie langsam allenthalben aus den Löchern. Der anstehende NRW-Ministerpräsident Rüttgers will Studiengebühren einführen mit dem Hinweis auf die »kastastrophal unterfinanzierten« Hochschulen des Landes. Ja, natürlich sind sie fast pleite, denn sie stellen ja die einzige Ressource (»unser Rohstoff ist das Wissen«) unseres Landes dar.
14.6. Ein ehemaliger Stasi-Major muss wegen zahlreicher Proteste eine Führungsposition bei der Charité vorzeitig räumen. Dafür erhält er vertraglich 200.000 Euro (zehn Monatsgehälter)! Beim »ZDF heute« gab es als »Spitzenthema« viereinhalb Minuten den Freispruch des ehemaligen Popstars M. Jackson! Die spinnen wohl in Mainz? Gab es an dem Tag kein wichtigeres Ereignis? Und das alles als Gebührenfernsehen.
12.6. Der Ober-Sozialdemokrat (??) Thierse »machte deutlich« (so die liebedienerischen Agenturmeldungen), dass Zukunftsinvestitionen Einschnitte (bei wem wohl?!) nach sich ziehen werden. Dasselbe Geld könne dann nicht für Sozialleistungen dienen. Nein, Herr Sozialdemokrat!
11.6. Mein Gott, sind wir wieder reich! Da werden doch mirnichtsdirnichts von den G8 den ärmsten Staaten der Welt schlappe 40 Milliarden Dollar Schulden erlassen. Bundespräsident Köhler verspricht: »Am Ende werde ich nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden, wie es die Verfassung und der Amtseid gebieten.«
10.6. 50 Jahre Bundeswehr. Da kommt es ja jubiläumsmäßig wie gerufen wenn der Verteidigungsminister droht, dass wir auch bald wieder mit Heimkehrern in Särgen rechnen dürfen. »Missionen« der Truppe in aller Welt sind an der Tagesordnung, denn: Unsere Freiheit wird bekanntlich schon am Hindukusch verteidigt.
9.6. Noch so ein (fast) Ex-Politiker: »Macht kommt von möchten«. Das könnte von Josef Fischer sein.
8.6. Auseinandersetzung um den »Ausbildungspakt«. Regierung, Opposition und Gewerkschaften beschimpfen sich kreuzweise mit sturem Blick auf die Zahlen. Statt zu fragen, wer überhaupt noch ausbildungsfähig ist! Musstu dir doch nur die 14-17-jährigen ansehen. Gut geschminkt und Dauerdisco. Gott erhalte uns vor einer erneuten Kollektivstrafe à la Ex-»Bild«-Komponist Bela Anda! Kein Mensch außer der »Bild«-Chefredaktion und Kanzler Schröder weiß, wie diese unfähige Schlaftablette Leiter des Bundespresseamts wurde. Wir ahnen es lediglich: Nun, wo die Ratten das sinkende Schiff verlassen, lanciert die »Bild« wieder die gewohnt abenteurlichen Nonsense-Storys.
7.6. Der Vorstand des Autokonzerns General Motors kann sich freuen: Der Absatz seiner Fahrzeuge in den USA geht rapide zurück.
6.6.
5.6.
4.6.
3.6. Nach dem unerträglichen medialen Gedödel und Lamento der politischen Klasse über die Ergebnisse der westeuropäischen EU-Volksabstimmungen wissen wir zumindest eines: Demokratie taugt nix, weil die Mehrheit unerklärlicherweise anders befunden hat. »Die Grünen« sind nun wirklich in jeder Hinsicht auf das Maß einer stinknormalen Partei hinabgesunken: Da kommt jemand mit dem Namen Dutschke (und ist in der Tat nichts sonst als ein Sohn, aber dafür erst 25 und in keinster Weise für irgend etwas auch nur ansatzweise ausgewiesen!!) und reklamiert einen aussichtsreichen Listenplatz bei der anstehenden Bundestagswahl. Wahrscheinlich sind beide - Partei und er - dumm genug, das zu machen. Soviel zu deren Wählbarkeit.
2.6.
1.6.
Unsere Justiz ist krank. In seltener Offenheit hat dies Niedersachsens Ressortchefin Heister-Neumann (CDU) zwischen den Zeilen zugegeben, indem sie nun in Analogie zur Praxisgebühr 10 Euro Prozesskostenzuschuss fordert - ausgerechnet »von einkommenschwachen Klägern«!.
- Die allseits bekannte und beklagte (Spaß muss sein!) Ineffektivität unserer Gerichte könnte vielleicht auch durch eine Mindearbeitszeit-Vorgabe außerhalb der Tennisplätze für die Herren Richter etwas aufgejazzt werden?
Wer soll's erläutern können, wenn nicht einmal der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung den Grund kennt? Er wundert sich über sie stagnierende Binnennachfrage »trotz mehrfacher Steuersenkungen«.
- Es ist auch zu doll! Da könnte sich jeder Durchschnittsverdiener bei diesen Steuergeschenken monatlich glatt einen »VW Golf« zusätzlich leisten. Und kauft nix.
- Na, da heißt es doch »kaufen, marsch-marsch!«
Der Berliner Senat will auf dem Messegelände ein neues Internationales Kongress-Zentrum »Deutschlandhalle Convention Center« bauen. Der Name ist hübsch weltmännisch und vor allem »Deutschlandhalle« wird jedem Ausländer flott von der Zunge gehen.
- Was wollen sie uns damit sagen? Dass »Always Ultra« uns diese Meldung »präsentierte«?
- Karin Storch, die schon an ihrem vorherigen Korrespondentenplatz Rom zeigte, dass sie nicht so doll viel Ahnung von ihrer Umgebung hatte, wirkte recht aufgepeitscht über den Umstand, dass russischsprachige Landräuber das Gelände nun wieder den ursprünglichen Besitzern zurückgeben müssen.
Das ist jetzt vielleicht etwas ungerecht. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass die Entscheidung »Du gehst heute für uns zu Sabine Christiansen« früher ganz einfach hieß: Du Dummschwätzer bist entlassen. (Bürgerliche Parteien natürlich ausgenommen! Da reicht der Totenschein.)
- Das Positive hieran im Vergleich zu Ordensverleihungen: Die Vatikan-Promotion kostet uns nichts, da der Empfänger bereits tot ist, während Ordensträger bis ans Lebensende monatlich hübsche Sümmchen einstreichen. Je höher der Orden, desto dicker die Kohle, weshalb unsere Spitzenpolitiker sich ja auch gegenseitig keine popeligen Bundesverdienstkreuze umhängen.
Mir zittert die Hand allein bei der Namensnennung, aber hier darf der Satiriker nicht schweigen: Claudia Roth kündigt einen »knallgrünen« Wahlkampf an!
- Scherzebene zwo: Ihren Knall konnten wir aber schon vor Jahren konstatieren.
- Das schaffen zu unserem Leidwesen die unsäglichen spielberichtenden Sportbeamten bei ARD und ZDF mit Sicherheit nicht! Es werden hier schon wieder Rufe nach der Todesstrafe laut. Lebenslängliche Rote Karten würden jedoch reichen!
Vor Peinlichkeit strotzende TV-Spots (der Sprachkriter in mir hat schon immer »Spott« gesagt): Da nölen und anbiedern sich Jauch, Gottschalk & Konsorten im TV für angeblich Karitatives, ziehen aber selber im Vorbeigehen Millionen. Wie wäre es denn, wenn diese Figuren auf normales Preis-Leistungs-Verdienstniveau zurechtgestutzt werden und ihre Abenteuergagen bei ARD und ZDF (jaja, Gebühren-Fernsehen!) für genau jene Zwecke abgeführt würden?
Ganz schön schwer machen es die Politiker mir diesmal: Seit 14 Tagen hört man pausenlos dieselben abgeleierten Schmonzetten, die sie normalerweise über 4 Jahre (siehe in Bertelsmanns Volkslexikon unter »Wahlperiode«) verteilen - dieselben allerdings auch schon seit mehr als 40 Jahren.
Na, da hat einer was losgetreten!
Emsige Parteienumbenennungen landauf-landunter in der Republik: Nach Propagierung der »Linkspartei« tritt Ulla Schmidt aus der SPD (diesmal wegen Richtungslosigkeit nur als »Sechsundzwanzig Prozent für Deutschland«) und in ihre alten Trampelpfade ein und gründet mit einem Botschaftsrat aus Nordkorea »Die Ganzlinkspartei«. Guido Westerwelle nutzt die Gelegenheit und umbenennt in tiefer Sorge um die bürgerlichen Freiheiten seine Partei in »Die Rechtspartei«. In München erinnert man sich an das Motto von Strauß (»rechts von der CSU darf kein Raum für eine andere Partei sein«) und wird zur »Ganzrechtspartei«. Und die Hirnis von der NPD versuchen, mit einem neuen Namen ihre politische Heimat zu verschleiern, indem sie sich als »Un-rechtspartei« eintragen lassen. Nur die CDU weiß wie immer nicht, wo es bei ihr langgehen soll. Apropos: »Die Grünen« fürchten obstmäßig den Herbst...
Immer wieder für einen Scherz gut ist Bauernverbands-Präsident Sonnleitner. So fordert er nun auf der Lobbyversammlung seiner nicht mal mehr dreiviertel Million Standesgenossen eine »Umkehr« in der Agrarpolitik, um die »Wettbewerbsfähigkeit« der Landwirte zu erhalten.
- Wie das in der total subventionierten und regulierten EU überhaupt gehen soll, hat er dabei nicht verraten. Vermutlich wird er deswegen zur Belohnung wiedergewählt.
Die Konservativen sind noch nicht gewählt, da werden die Aftersassen schon kühn: Nun fordert ein völlig unbekannter Handwerksfunktionär aus der 2. oder 3. Reihe, dass Krankheitstage auf den Urlaub anzurechnen seien.
- Wenn der Mann seine Forderung selber ernst nähme, kriegte er bis an sein Lebensende keinen Urlaub mehr!
Signore Trapattoni wird Angestellter bei einem deutschen Freizeitunternehmen (hier: VfB Stuttgart) und zieht dafür ein Gehalt von 2,2 Millionen Euro (pro Jahr, »natürlich«). Das sind netto gut 100.00 monatlich, welche, anders und unverständlicher gesagt, weit mehr als das Jahresgehalt eines Hochschullehrers darstellen.
- In Gesellschaften, in denen so etwas passiert, kann doch etwas nicht stimmen!!!
- Also mal wieder an genau jene, deren verdammte Dienst- und Eidespflicht es war, genau das zu tun, wofür es solchen Preis gibt...
CDU-»Wirtschaftsexperte« Wissman droht, »die Bürger müssen Opfer bringen«.
- Gleiches hat man über die Politiker noch von keinem vernommen!
- Und nun, oh Wunder, ist auch die FDP dafür, die Steuererhöhungen sonst als Teufelszeug brandmarkt. Ok, für ihre Klientele sind das im Regelfall nur »durchlaufende Gelder«.
Vernünftige Einsparvorschläge hört man von den Politikern wenig bis keine. Wie wäre es etwa mit der Abschaffung der Alimentierung der sog. Stiftungen der Parteien in dreistelliger Millionenhöhe? (Wo gibt es denn sowas in vergleichbaren Ländern?) Oder mit einer leistungsgerechten Kürzung der Diäten und Pauschalen für Abgeordnete? Oder vor allem der »Wahlkampfkostenerstattung« von 5 Euro pro Stimme an die Parteien - die macht das Wählen ja geradezu zu einer ekligen Angelegenheit. (Lob an die Nichtwähler: die ersparen uns Millionenbeträge!).
- Dies Zwangsgeld bringt circa 50 Millionen ein. Also nicht einmal so viel wie die 65 Millionen, die NRW unbesehen für völlig untaugliche »schußsichere Westen« für die Polizei aus den USA gekauft hat und nun langsam ausmustern muss!
»Bierdeckel«-Merz rückt zwischen den Zeilen mit der CDU-Wahrheit raus: Hinsichtlich einer Steuerreform seien die Möglichkeiten »bei den Privathaushalten weitgehend ausgereizt«. Vordringlich sei eine Reform der Unternehmenssteuern. Na klar!
- Mir ist es schnurzegal, was er vorher gemacht hat. Aber: Ein Major ist im Zivilleben vergleichsweise gerade mal auf der Eingangsstufe des gehobenen akademischen Dienstes - also etwa eines Assistenzarztes. Warum muss der Mann nun fünfmal so viel wie jener und noch mehr als doppelt so viel wie die ihm »untergebenen« Hochschullehrer beziehen? Und das bei einem öffentlichen Betrieb eines bankrotten Bundeslandes?
Wir lernen: Das Land hat nicht kein Geld, es wird nur völlig falsch ausgegeben.
Confederations Cup. Was mich schon immer Umtreibt: Wieso haben brasilianische Fußballer meist keine richtigen und schon gar keine Nachnamen? Und wieso lässt die FIFA das bei denen auf dem Hemd durchgehen? Wo sonst doch auch die kompliziertesten madegassischen Familiennamen fein säuberlich aufgestickt sein müssen.
SPD-Chef Müntefering fordert plötzlich, es müßten höhere Löhne gezahlt werden.
- Jaja, es ist Wahlkampf und ein Lafontaine ging vorbei...
- Ich bin sicher: Für 20 Milliarden davon haben korrupte Diktatoren in den G8-Ländern Waffen gekauft.
- Das ist doch selbstverständlich und zu sagen überflüssig. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt.
»Helmuth Merkel« betont das »C« im Namen ihrer Partei. Sofort wurde vom Parteivorstand ein Suchtrupp gebildet, der die Bedeutung des Buchstabens herausfinden soll.
- Tja, das sind eben die Konsequenzen, wenn ein Staat »mehr Verantwortung übernimmt«. Und seitenlang Todesanzeigen in den Tageszeitungen ohne Eisernes Kreuz sind ja auch todeslangweilig!
Der abgehalfterte CSU-Politiker Seehofer hat angedroht, dass er wieder Minister werden möchte. Motiv im unklaren. An seinem unverzichtbaren »Sachverstand« kann es ja wohl nicht liegen.
Münte schimpft gegen jeden und alles: »Dafür stehen wir!«
- Ist ja klar: Es heißt richtig »dazu«. Aber wer kraus denkt, spricht kraus. Oder war es nicht doch umgekehrt?
- »Vergessene Generation«? Vielleicht und wahrscheinlich; denn sie macht sich selbst vergessen. Denn wer Italien für die Hauptstadt von Hessen hält, kann ja nicht mal ordentlich Briefe austragen!
Die Sendeanstalt RBB steckt mal wieder in finanziellen Schwierigkeiten und muß als vorgeblichen Ausweg Stellen streichen. (Na gut, für den qualitativ und quantitativ ziemlich erbärmlichen Output braucht es wohl wirklich keine rund 1.700 Leute - obwohl die meisten ja in der Verwaltung sitzen.)
- Der einfachere Vorschlag ist doch wohl: Der Rundfunk stellt einfach seinen Sendebetrieb ein. Die damit gesparten Ausgaben entsprechen genau der fehlenden Summe.
- Nun muss man wissen, das der Betrieb bei jedem verkauften Auto rund 2.000 Euro verliert...
Siemens musste nun die Mobiltelefon-Sparte abgeben, nachdem die dort Beschäftigten schon erhebliche Lohneinbußen hinzunehmen bereit gezwungen wurden. Und da stellt sich ein Heinrich von Pierer, dafür Verantwortlicher und Ex-Vorstand des Konzerns, öffentlich hin und schwadroniert über Wirtschaft. Und beschwert sich, dass über einen gewissen Ackermann allgemeine Empörung herrscht. Nein, Baron Pierer, wieder nicht aufgepasst! Es geht um die Ackermänner!
- Wie hieß noch vor Jahren dieser Beststeller? »Nieten in Nadelstreifen«.
Mit Genugtuung lese ich, dass nun, kurz vor wahrscheinlichen Neuwahlen, noch schnell in etlichen Bundesministerien Beförderungswellen ausgelöst werden. Das befriedigt in zweierlei Aspekten:
(a) Auch Nichtleistung kann sich wieder lohnen.
(b) Es gibt nicht nur Verlierer bei der sozialdemokratischen Arbeits- und Sozialpolitik.
Otto Schily sieht keine Probleme hinsichtlich der Inszenierung von Neuwahlen. Das beruhigt doch ungemein. Schließlich ist er als Innen- ja auch Verfassungsminister! Und seine bekannt liberale Art wie auch Prognostiksicherheit (siehe z.B. Antiterrorgesetze) sind ja hinlänglich bekannt.
Für die aufwändige Einführung der vielversprechenden Reform zur Reform der Rechtschreibreform müssen wir noch ein wenig Geduld aufwänden, weil noch einige vielversprechende Politiker etwas zu sagen haben. Alles klar? Oder Wand?
Nun muss EU-Hauptkommissar Barroso seine Yachtausflüge wahrscheinlich wieder selber bezahlen, weil er für das Großkapital kaum noch einen Pfifferling Wert ist. (Na gut, die Pilzzüchter suchen noch ein Werbegesicht, obwohl er für ein »Testimonial« - deutsch: Zeugnis - auch nicht gerade ideal ist.)
Weil heute sonst nichts los war, konnte ich mich wieder über leicht Angeschimmeltes ereifern: die Trennungsgeldaffäre in Brandenburg. Wir erinnern uns schemenhaft: Die Gehälter und Tarifverträge für Normalos wurden seinerzeit gegenüber den entsprechenden West-Sätzen »abgesenkt«, weil das Leben in Westsibirien ja konkurrenzlos preiswert sei. Nur die Behördenspitzenplatzeinnehmer konnten mit Sonderzahlungen ins Land gelockt werden. Weil das ja vor allem den Justizbereich betraf, war natürlich von vornherein vermeintlich alles klar und in Ordnung.
Man soll sich mit Scherzen über Namen zwar zurückhalten. Aber das platzt, wenn Damen und Herren Gerichtspräsidenten und Justizminister namens Macke und Blechinger als unberechtigte Abzocker und Rechtfertiger beteiligt sind.
Nach dem holländischen Europa-Votum: Man fragt sich, was die Europa-Büro- und Eurokraten, die eurobesoffenen Medien und EU-Gewinnler nur haben: Die anerkannt geschäftstüchtigen und nüchternen Niederländer haben sich völlig systemkonform verhalten und marktwirtschaftlich mit 63 Prozent gesagt: »Den Mist kaufen wir euch nicht ab!« So einfach ist das. Wenn ich bitten darf!