31.3.
Ja, wie weit geht denn die Tortur noch?! Da stellt der international mit Recht erfolglose Schauspielerdarsteller Till Schweiger, der nicht einen einzigen Satz professionell intonieren oder artikulieren kann und deshalb lieber nicht reden sollte (namen est amen, wie der Lateiner sagt), einen selbstgespielten, selbstinszenierten und selbstbezahlten Film vor. Und das öffentlich-rechtliche Fernsehen ergeht sich in seinen Nachrichtensendungen in der Ankündigung des und Hinweisen auf diesen Versuch. Ein Grund mehr, nicht nur die Gebührenerhöhung, sondern gleich die Gebühren zu verweigern!

30.3.
Über Olle und Dolle hatten wir es gerade (siehe 25.). Schon wieder ist ein ehedem Liberaler noch weiter nach rechts gerutscht: TV-Altschwätzer Günter Ederer, der nun über die Straßen herfiel. Nach ihm soll alles privatisiert werden, was mit Straßen- und Autobahnbau, -planung, genehmigung und -finanzierung zu tun hat. Jaja, dann geht alles besser. Und schneller. Und effektiver.
- Die Überbürokratisierung nehmen wir ihm ja problemlos ab. Nur der Ländervergleich etwa mit Frankreich oder Italien oder gar Japan stimmt SO nicht nur nicht, sondern überhaupt nicht. Die gepriesene Privatisierung mag ein Ausweg sein, aber: 70 Jahre öffentlich finanzierte Autobahn ist (übrigens genau wie die Eisenbahn!) zunächst Volkseigentum und muß für hiesige Nutzer mautfrei bleiben. Und dann fragen wir mal nach dem Verbleib der jährlich 60 Milliarden, die die Autofahrer mit Benzin-, KFZ-, Versicherungs- und Märchensteuer so löhnen. Herr Eichel, übernehen Sie! Der zuständige Verkehrsminister liegt noch immer im Koma.

Recht so, dass Außenminister Fischer Ex-Nazis im diplomatischen Dienst nicht mehr im AA-Hausorgan mit einem Nachruf erwähnt. Skandalös ist hingegen, dass (a) sich Leute im dortigen Hause darüber beschweren und (b) vor allem, dass solche Figuren überhaupt nach 45 in den Dienst gelangten bzw. dort offenbar bleiben konnten.

Wieso Pisa? Heute abend konnte man in drei TV-Beiträgen feststellen, dass das Dummheitsproblem älter und leider im sprachbildenden Journalismus offenbar tief verwurzelt ist: Da hieß es jeweils »Billionen«, wo es immer noch »bloß« Milliarden sind: Nur der USA-Onkel-Dagobert-Kapitalismus kriegt die Schnauze nicht voll und übertreibt tausendfach.

29.3.
Dieter Hundt (freudscher Hörfehler: »dieser Hund«), Cheflobbyist der sog. Arbeitgeber, hat eine neue Idee zur Senkung der Arbeitskosten, sprich: Profitförderung. Laut denkt er darüber nach, ob denn die - betriebliche - Unfallversicherung auch den Weg vom und zum Arbeitsplatz abdecken müsse.
- Aber nein doch! Jeder weiß, dass der ein grassierendes und sogar unausrottbares Hobby von Arbeitern und Angestellten ist. Wem da was passiert, der ist doch selber Schuld und soll sich einen sicheren Heimarbeitsplatz suchen.
Es sieht ganz so aus, als möchte Hundt die sozialen Errungenschaften aus 150 Jahren in nur 15 Jahren auf Null zurückführen...

Die »plötzlich« entstandene Diskussion über Feinstaub offenbart zwei Niederlagen der deutschen Autobauer, die sich ansonsten für weltführend, wenn nicht gar das Maß aller Dinge halten: Zum einen hinken sie technisch offenbar doch um einiges hinterher, zum anderen bauen sie in ihre überteuerten Produkte jeden Schnickschnack (man denke nur an den »iDrive« in BMW-Modellen), behaupten aber, ein Filtereinbau sei zu teuer.

25.3.
»Je öller, desto döller« sagt man in Norddeutschland. Oder, auf Bischof Huber angewendet: Je älter, desto konservativer. Nun versteigt sich dieser Kirchenfürst gar zu Drohungen gegen den Senat von Berlin. Für den Fall, dass die Landesregierung Religionsunterweisung an den öffentlichen (!) Schulen so gestaltet, wie sie, und nicht, wie seine weltanschauliche Minderheit es für richtig hält, droht er »eine Konfrontation« an, »wie wir sie noch nicht gehabt haben«.
- Und das alles gestärkt durch Kirchensteuern, die seine Konfrontationsgegner für ihn einsammeln...

24.3.
Einmal ein Lob an dieser Stelle! Trotz erheblichen politischen Drucks und Straßenprotesten gibt es auch in den USA noch Richter, die sich dem nicht beugen und die Schiavo-Entscheidung nicht revidieren.

22.3.
Heute wieder doppelte Nachhilfestunde in Gerechtigkeit und Politik:
(a) In den USA, dem »Mutterland der Demokratie«, wird am Fall Schiavo gezeigt, wie Gewaltenteilung funktioniert: indem Exekutive und Legislative in einer Nacht-und Nebel-Aktion versuchen, die Rechtsprechung zu beeinflussen.
(b) In der BRD, in der ein Herr Kanther vom Gericht mit einer Geldstrafe über (lediglich) 72.000 Euro »bedient« wird in einem Fall von Untreue, in dem (fast) jeder andere Bürger einige Jahre Freiheitsstrafe erfahren hätte.

Können die Sportfunktionäre eigentlich spanisch?
- Wie sonst kämen sie auf den launigen Einfall, die Einrichtung Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA - nichts) zu benennen?

17.3.
Eine neue Nummer im politischen Volksverdummungstheater: nach der Regierungserklärung im Parlament am Nachmittag der »Job-Gipfel«, in der Tat ein Gipfel!
- Da bieten die Spitzen der politischen Klasse erneute Erleichterungen für die Wirtschaft an, die nach einhelliger Aussage der wirklichen Fachleute überhaupt keinen einzigen Arbeitsplatz schaffen werden (weil so nicht können), aber der Wirtschaft zu weiteren Mitnahmeeffekten verhelfen. Und weil das Ganze ja »gegenfinanziert« werden muss, fallen dem Kanzler auch gleich Subventionsstreichungen ein. Natürlich solche, die nicht die Wirtschaft (be-)treffen, sondern in erster Linie mal wieder die Bevölkerung: Eigenheimzulage zum Beispiel oder Pendlerzulage.

Haben Sie gemerkt, dass hier seit gestern der Markt mit überteuerten »deutschen« Automobilen wie leergefegt ist? Das kommt daher, dass die tschechischen, polnischen und slowakischen Arbeiter von VW und Co sich nun endgültig entschlossen haben, die von ihnen hergestellten Produkte gleich selbst zu kaufen. Sonst bilden sich ja auch in Bratislava etc. Halden, weil der Export ins ziemlich arbeitsplatzfreie und damit einkommenslose Mutterland sich nicht mehr lohnt.

16.3.
Mit gewohnter Chuzpe fordert Arbeitgeberpräsident Hundt »zur Schaffung von Arbeitsplätzen« diesmal die Kürzung der Rentenbeiträge zur Entlastung der Arbeitskosten.
- Jawoll! Aber doch bitte erst, nachdem die Herren seines Vereins ihre Gier bremsen, die Bezüge senken und nach Leistung bezahlt werden. Das wird die Produktionskosten garantiert spürbar minimieren.

15.3.
Heute war »Weltverbrauchertag.«
- Also haben wir alle uns zielgerichtet darum bemüht, wieder ein Stück Welt zu verbrauchen.

Der Wehrbeauftragte hat seinen Jahresbericht vorgelegt. Nach Darstellung des Verteidigungsminsters Struck handelt es sich bei den etlichen angezeigten Schikanen durch Vorgesetzte (ein eher unfreiwillig begriffsklares Wort) um »eine Reihe von Einzelfällen«.
- Wir lernen unter Außerachtlassung der Logik: Eine Million ist z.B. bei weitem keine große Zahl, sondern lediglich die Summe von 1.000 mal 1.000 Einzelstücken.

Die »Grundsatzrede« des Bundespräsidenten war mal wieder nichts anderes als der 25. Aufguß der üblichen Jahresgroßreden zum Thema seit 25 Jahren.
- Hatten wir schon gesagt, wer der Hauptverantwortliche für den größten Teil der Staatsschulden ist? Ja, hatten wir: der ehemalige langjährige Staatssekretär im Finanzministerium Horst Köhler. So viel zum Wirtschafts- und Finanzfachmann H.K.

Welches Demokratieverständnis steckt nur dahinter? Da plant die Bundesregierung ein Gesetz nach dem Vorbild zahlreicher westlicher Länder, das die börsennotierten Firmen und Konzerne - etwa 1.000 - (endlich) dazu zwingen soll, die Vorstandsgehälter zu veröffentlichen.
- Ein Geheul bricht aus unter den Managern, an dem sich leider auch die Medien pro oder contra beteiligen. Der BMW-Chef faselt davon, Manager würden »an den Pranger gestellt«. Tja, etliche empfinden das wohl zu Recht! Im Vorfeld drohen die Bosse z.T. schon an, diesem Gesetz nicht entsprechen zu wollen - und unsere prima »Sozial«-demokraten kriegen Muffensausen. Bei etwa 5.000 Betroffenen! Schweigen im Walde hingegen, wenn 5 Millionen Hartz-IV-Klienten, 10 Millionen Gewerkschafter oder 40 Millionen Werktätige mit einem Gesetz oder einer Verordnung nicht einverstanden sind!

14.3.
Für ihr »Lebenswerk« wurde die 50-jährige Petra Gerster mit dem Medienpreis Davos ausgezeichnet. Man stelle sich vor: für das Vorlesen von Nachrichten im ZDF!
- Oder war es doch mehr für ihr konservatives Bild von Familie und Kindererziehung?

Beim heutigen Frühlingsspaziergang stand ein überdimensioniertes und ziemlich deplaziertes USA-Auto der Marke »Dodge« am Straßenrand. Als diplomiertem Anglisten und Amerikanisten (Examensnote: »mit Auszeichnung« - wen's überhaupt interessiert) schwante mir was; doch erst Cassell's Wörterbuch (übrigens das beste überhaupt!) bestätigte mir: ausweichen, umgehen, aus dem Wege gehen, vermeiden, sich entziehen.
- Daimler-Chrysler und die anderen hoffen, dass kein Mensch richtig englisch kann.

Aber das Ganze hat noch größere Löcher: Ich höre, dass die Firma »Hauptbeweger« (General Motors) reichlich Probleme hat, denn der größten Marke des weltgrößten Autobauers, »Chevrolet« (Ziegenkäse, von schweizerisch chevre au lait, wie der Namenspatron nun mal hieß), geht es ziemlich käsig. Gottseidank, wie ich finde, denn dann sind diese 6-Meter-lang-und-12-Zylinder-30-Liter-Fresser hoffentlich bald mal von der Straße!
- Hatten die bislang ein Glück, dass kaum ein Ami Fremdsprachen kann.

13.3.
EU-Industriekommissar »Old Karpfenmaul« Verheugen stellt fest: »Ich wehre mich nicht dagegen, Wettbewerb als etwas Negatives darzustellen.« Da wollen wir die EU-Dienstleistungsrichtlinie sofort und unbeschränkt testen. »Das ist absolut machbar«, tönt der von der FDP übergewechselte Wirtschaftslaie im »Spiegel«.
- Wollen wir ihn mal ernst nehmen: Hiermit eröffne ich in Litauen eine Dienstleistungsfirma namens »EU-Scheiße - Alles besser!«. Einziges Geschäftsziel: Einsetzen eines sachkundigen EU-Industriekommissars zum Behufe einer vernünftigen Wirtschafts- und Sozialpolitik.
Auf die Stellenanzeige in 8 führenden europäischen Wirtschaftszeitungen melden sich mindestens 25.487 stellenlose echte Wirtschaftsfachleute zwischen Lissabon und Tallinn. (Wir hatten noch nicht einmal das Monatssalär von netto 21.000 Euro erwähnt.) Wie bemerkte Verheugen (niederländisch = kaputtlachen) doch so richtig : »Den Strukturwandel kann man nicht aufhalten.«

12.3.
»Germany 12 Points!« Da hätten ja zwei der zehn Schwachnummern 2 Punkte oder eine gar 3 erhalten müssen, wenn alle Punkte vergeben werden sollten!
- Im Rahmenprogramm die stimm- und in jeglicher Hinsicht talentlose »Emma«. Unerklärlich, was die vollkommen humor- und kenntnisfreie Kukidentschwuchtel Thomas Hermanns dort zu suchen hatte. Und dann der völlig ungeeignete Reinhold Beckmann, der stocksteif mehrfach »seid ihr bereit?« ins Publikum lallte - was uns Ältere mehr an »Wollt ihr den totalen Krieg?« erinnerte.

Als letztes Mittel zur Schaffung von Arbeitsplätzen sollen Unternehmensteuern gesenkt werden!
- Recht so! Lasst uns doch den gesamten Staat allein mit Lohn- und Einkommensteuern finanzieren! Denn es sind doch lediglich die restlichen Besitzer von Arbeitsplätzen, die ein Interesse an immer noch führender Verkehrs- und sonstiger Infrastruktur, an Aus- und Fortbildung, an öffentlich geförderter Forschung haben.
Der Staat, besser: die Politik, hat die Kontrolle über die Volkswirtschaft verloren. Galt er früher noch als »Reparaturbetrieb für den Kapitalismus«, so ist er heute höchstens noch Ernährer des Einzelkapitals.

11.3.
Es ist deprimierend, dass augenscheinlich noch kein weiteres Medium auf den gestrigen »Panorama«-Beitrag über das faschistoide Verhalten von GIs im Irak eingegangen ist.
- Das steigert ihre dortige Beliebtheit gewiss ins Unermessliche. Und wirft ein bezeichnendes Licht auf die Verlogenheit ihrer politischen und militärischen Führung.

Die sog. Wirtschaftsweisen schlagen zur Verbilligung der Arbeit u.a. eine Senkung der Arbeitslosenversicherung vor.
- Das wäre nur recht und billig. Ich schlage vor: Abführung nur noch für die selbe Zeit wie Zahlung; nämlich bei Hartz IV ein Jahr. Oder, da radikale Systemwechsel hierzulande unbeliebt sind: die nächsten 5 Jahre jeweils nur 20 Prozent (vorausgesetzt, man hat überhaupt noch so lange einen Arbeitsplatz).

Dieser Tage wird Nina Hagen 50. Aaaarrrggggllll!
- Wenn die Frau sich nur auf das beschränken würde, was sie unbestreitbar kann: singen. Aber nein, sie macht sich auch noch häßlich bis zum Geht-nicht-mehr (ok, das ist bei ihr nicht so schwierig) und schneidet ständig Grimassen in jede vorbeiziehende Kamera wie ein subdebiles Kleinkind!

Und noch so ein trostloser Fall: Manche sind hierzulande gleicher als Gleiche. So der Nuschler und »Altrocker« Udo Lindenberg. In seiner Eilfertigkeit will der Berliner Senat ihm zu einem Auftritt verhelfen, der jedem anderen verweigert oder nur unter zahlreichen Auflagen gestattet würde. Danngeschwöön.

10.3.
Die am besten bewachte Baustelle der Stadt Berlin ist die der neuen Botschaft des weltweit beliebtesten Landes.
- Wahrscheinlich, weil die USA dort nur edelste Materialien zum Einsatz kommen lassen...

Das Folgende zu hören wird alle Angestellten bei der Deutschen Bank, bei Walter-Bau und wie die kleinen Firmen alle noch so heißen, von Herzen freuen: Es gibt Abfindungen für langjährige Treue und Leistung. Im Falle Laurenz Meyer jedoch nur 400.000 Euro, weil sein Nutzen für RWE umstritten bzw. nicht genau bekannt ist. Damit er nicht darben muss, hat die CDU allerdings als Trostpflästerchen für seinen ungewollten Abgang als Generalsekretär nochmal 52.000 Euronen draufgelegt. Was für vier einsatzreiche Jahre bei einem dürftigen Monatssalär von 13.000 ziemlich schofel ist!
- Wie war das noch mit der Politikerverdrossenheit in unserem Lande?

9.3.
Mr. Tony Blair stellt fest, dass es kein Ende der Gewalt in Nordirland gibt, wenn der Terror nicht aufhört.
- Wie Recht er hat. Nur ist dieser Gedanke nicht sehr originell und gute 3.000 Jahre alt (was über die Lösungskompetenz von zeitgenössischen Politikern vieles aussagt). Und vor allem müßte er als Oberbefehlshaber der britischen Besatzungstruppen mal darüber nachdenken, wo der Terror anfängt.
Hier kann sich übrigens Israel gleich nahtlos anschliessen!

Die Umstände um die Befreiung von Signora Sgrena im Irak werden derzeit mystifiziert (wie leider meistens, wenn US-Amis beteiligt sind). Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass die USA-Touristen keine Wehrpflichtigen sind. Wer meldet sich schon freiwillig, ausser wenn gebürtig aus Fat Corncob, Stupid County, Big Error City, South Carolina, zum Bush-Dienst?
- Einzig beruhigender Faktor hierbei: Wo immer die Cowboys Scheiße gebaut haben, kam es Monate und manchmal leider auch Jahre später heraus, dass es genau sie waren! - Nur waren dann die Schuldigen entweder plötzlich und unerwarter gestorben oder mindestens stellvertrende Verteidigungsminister.

Besorgniserregende Meldung aus der Ukraine: Anläßlich des Staatsbesuchs des dortigen Präsidenten hören wir, dass dorten die Investoren »noch gehegt und gepflegt« würden.
- Da wird sich die dortige vorbildliche Demokratriebewegung bald umsehen, wenn Oligarchen und Mafiosi das Tun und Lassen bestimmen...

Wie wir unseren - und den prinzipiell unkritischen elektronischen - Medien entnehmen, bewegt sich im Nahen Osten so einiges. Nur: Bei dem, was der momentane US-Präsident so betreibt, handelt es sich erkennbar um eine De-Stabilisierung der Region, die er unkritischen Geistern wie seinem Volk und deren unkritischen Applausern als De-Mokratisierung verkauft.
- Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass Mr. Bush ein Rep ist!

8.3.
Wie mir aus ungewöhnlich gut unterrichteten Kreisen mitgeteilt wurde, war Ullala Schmidt (Rheinischer Schnack) früher einmal Mitglied des KBW (= Kommunistischer Bund Westdeutschland oder KleinBürgerliche Wirrköpfe, je nach politischem Standort des Betrachters). Was natürlich vieles, wenn nicht das Meiste, erklärt. Nibelungentreue zum Leithammel zum Beispiel. Oder verzweifelte Ahnungslosigkeit. Oder Beratungsresistenz.

Brigitte Mira ist gestorben. Nun hagelt es Nachrufe à la »Ulknudel« und »schlagfertig« in ihren Rollen. Als ob es da keine Drehbücher gegeben hat!.

Ist der ukrainische Staatspräsident Juschtschenko denn nun mit oder ohne Visum eingereist?

7.3.
Leistung muss sich wieder lohnen, sagten sich Dutzende der prinzipiell völlig überflüssigen Vorstände von Krankenkassen und leisteten sich unverschämte Erhöhungen ihrer Bezüge unter Hinweis auf die Milliardengewinne ihrer Einrichtungen im letzten Jahr. »Reformen« zahlen sich eben aus!
- Bin mal gespannt, ob und wenn ja wie Frau Ullala Schmidt da reagiert...

Die Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus (außer der CDU, natürlich, der Erfinderin und Hüterin der Demokratie) planen einen recht weit reichenden Gesetzentwurf zur Bürgerbeteiligung in den Bezirken. Da regt sich nun gar garstigWiderstand bei den Provinzschultheissen. Oberdemokrat Ekkehard Band, SPD-Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, hat folgendes schlagendes Gegenargument zum Plebiszit parat: »So kann man ganz schnell Verwaltungsprozesse lahm legen!«. - Und die gehen ja bekanntlich allemal vor.

5.3.
Nun geht er wieder los: der hype um die Formel 1. Mich treibt dazu anläßlich die folgende Überlegung um: In einer Gesellschaft, in der Rennfahrer, Fussballer und wandelnde Kleiderständer (vulgo: models) im Jahr mehr verdienen als ein Spitzenwissenschaftler in seinem ganzen Leben, muss etwas schief gelaufen sein.
- Wozu übrigens brauchen Mannequins - wie sie früher hießen, ehe alles amerikanisiert werden musste, weil die Amis sonst nix verstehen - wozu brauchen die so viel Geld? Bekleidung wird ihnen doch gestellt, und Nahrungsmittel nehmen sie offensichtlich kaum zu sich...

Die FDP barmt: »Bankgeheimnis retten!« und zielt damit auf das voraussichtlich zum 1. April (namen est amen, wie der Lateiner sagt) geltende »Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit«.
- Nun ist es hierzulande gewiss ebensolcher Quatsch, per Gesetz Steuerehrlichkeit zu befehlen, wie Kinderfreundlichkeit. Und auch ich habe bei dem Gedanken, dass zahlreiche Behörden clandestin sich einsehtechnisch um mein Konto (bitteschön: Singular!) kümmern können, reichlich Bauchschmerzen und biometrisches Unwohlsein. Aber wenn ausgerechnet die Partei der Besserverschiebenden Protest anmeldet, ist die Vermutung erlaubt, dass das Gesetz genau in die richtige Richtung zielt.

4.3.
Wir alle merkten, ja, wussten, dass er kein besonderes Licht ist: Laurenz Meyer. Sie erinnern sich vielleicht: Der Meyer (in Sonderheit mit E-Y), der ein Weilchen CDU-Generalsekretär spielen durfte. Und über seine Geldgier stolperte. Der hatte doch glatt vergessen, dass er so plusminus 80.000 Euro von irgendwo irgendwie eventuell und vielleicht zuviel erhalten hatte. (Ischa nich so schlimm. Oskar Lafontaine etwa hatte sowas Ähnliches jahrelang nicht bemerkt. Demgegenüber jedoch steht der Sachbearbeiter vom Finanzamt BEI MIR schon bildlich auf der Matte, wenn ich in meiner Steuererklärung 100 Floppen nicht erklärt habe.)
- Wo war ich fiskalisch stehen geblieben? Ach ja: Dieser Meyer hatte zu seinem Abgang ein Spendenversprechen abgegeben: 100.000 Euronen für SOS-Kinderdorf. Das Geld ist bislang dort nicht eingetroffen. Jetzt merken wir's wieder: Man kann sich ja versprechen!

3.3.
Nun entbrennt der Streit um rauchen oder nicht rauchen in der Öffentlichkeit und vor allem in Gaststätten. Man verweist auf Italien mit seinem entsprechenden Gesetz und auf eine freiwillige Abmachung hierzulande.
- Ich als Nichtraucher (seit 5 Jahren) finde das Ganze ziemlich lächerlich. Und vor allem: Ist es nicht ein Eingriff in die persönliche und Gewerbefreiheit? Ein Gastwirt soll doch wohl selbst bestimmen können, was in SEINEM Geschäft passiert und was nicht. Wem es dort nicht gefällt, der kann ja dies Wirtshaus meiden!

Dies Land wird immer albriger! Nun wird vor den Gefahren des Rodelns gewarnt. Kinder könnten sich beim Schlittenfahren verletzen und auf was man alles achten muss.
- Die Schlitten müssen natürlich TÜV-geprüft sein (warum nicht gleich vom ADAC?). Die Rodelbahnen breit genug. Nie mit dem Kopf zuerst bergab. Auf das Tempo achten. usw usf. Demnächst wird die einschlägige Industrie (Nachtigall, ick hör dir trapsen!) wohl rodelgeeignete Schutzkleidung anbieten. Meingott; die Deutschen müssten längst ausgestorben sein: Wenn ich daran denke, wie wir sowie die Generationen vor und die letzten 2 nach uns so dahergeschliddert sind.

2.3.
Der geschmackloseste Vergleich kam - na, von wo wohl? genau - aus dem Vatikan selbst: Der Papst könne gar nicht zurück treten. Ebenso wenig wie Jesus vom Kreuz.
- Was denn; haben sie Woytila schon angenagelt?

Die nächsten Gutachten der »Wirtschaftsweisen« werden bestimmt lustig, denn der Piet Klocke der Ökonomie-Spaßmacher (Bert Rürup) ist nun vorübergehend ihr Vorsitzender.

Mit unerträglichem »Humor« wirbt der Energieversorger Yello Strom für sein Angebot; zudem sei es »gut. gelb. günstig«.
- Die Alternative wäre dann z.B. schlechter roter Strom. Und wer schon einmal einen Preisvergleich im Internet angestellt hat, der weiß auch, dass Yello ziemlich weit hinten steht.

1.3.
Unter Hinweis auf den »Anstieg« der Bruttolöhne werden die Renten dieses Jahr nicht erhöht: Es waren immerhin 0,08 Prozent, mithin fast ein Zehntel Promille!
- Also, ihr Gewerkschaften, beherzigt diesen Umstand, denkt an den Standort Deutschland und mäßigt euch in den kommenden Tarifverhandlungen!

Beim Fußball soll zukünftig mit einem Chip im Ball gespielt werden. Der sendet per Mikrowellen Signale aus mithilfe derer ein Computer feststellt, ob das Leder im Tor ist oder nicht. Exklusivhersteller des Spielgerätes ist die Firma Adidas, die ja dann mit Rückenwind der FIFA Weltmarktführer werden wird.
- Einem Gerücht zufolge können es dann ziemlich statische Spiele werden, weil die Elektronik doch sehr stoßempfindlich ist...

Dem Bürger dieses Landes dräut neues Ungemach: Die 34-jährige Germanistin Andrea Nahrles bereitet sich in Intensivkursen auf das nötige Basiswissen vor, um - glaubt man einem Hamburger Wochenmagazin - die »Aachener Printe« Ulla Schmidt als Gesundheitsministerin abzulösen.
- Da hätten wir dann nicht nur eine neuerliche Fehlbesetzung in fachlicher Hinsicht, die jeder auch weniger ausgebuffte Profi aus dem gesundheitsindustriellen Komplex anstrengungslos linken kann. Es käme dann auch erneut so ein relativ lebensferner Berufs- und Karrierepolitiker in maßgebliche Position: Denn außer dem Umstand, dass Frau Nahrles einmal Bundesvorsitzende der Jungsozialisten war (ok, das zu werden schafft nicht jeder, heißt aber zugleich, dass der allergrößte Teil ihres Lebenslaufes aus Gremiensitzungen und Hinterstübchenkungeleien bestanden haben muss), ist über sie nichts Qualifizierendes bekannt geworden.