30.9.
Na also, USA! Es geht doch! Wenn die bescheidenen Hütten der Hollywood-Prominenz von einem Buschfeuer bedroht sind, tauchen plötzlich über 3.000 Feuerwehrleute auf und kriegen die Naturkatastrophe (?) nach 24 Stunden in den Griff!

Aber auch peinlich: Nun können sie nicht mal mehr aus eigener Kraft Personal zur IRS hoch schicken, sondern müssen sich das von den »technisch inferioren« Russen besorgen lassen.

29.9.
Was denkt sich Ministerpräsident Dieter Althaus eigentlich? Treibt sich wochenlang in Berliner Koalitionsbesprechungen, CDU-Führungszirkeln und auch noch Talkshows herum, statt zu arbeiten. Kein Wunder, dass in Thüringen die CDU auf 25 Prozent abgestunken ist und das Land zum finanziellen und wirtschaftlichen Sorgenkind Nummer 1 »aufstieg«!

28.9.
Da strahlen »die toten Augen von Wiesbaden«, vulgo auch bekannt als FDP-Wolfgang Gerhardt: Bevor er sich eine Zutorte (von »Zubrot« kann ja wohl keine Rede sein) als Präside der komischerweise auch noch »FDP-nahen« Thomas-Dehler-Stiftung verdient, wird er noch schnell für 7 Monate Fraktionsvorsitzender. Das ist genau die Zeit mit doppelten Abgeordnetenbezügen, die dann entscheidend für die Höhe von allerlei »Lohnersatzleistungen« wie Renten usw. ist!

27.9.
Meine Entscheidung als bislang an die Ratio der Minderheit politischer Entscheidungsträger (Träger nicht der Komparativ von träge) Glaubender nach dem derzeitigen Koalitionshickhack lautet kongenial: Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut...

26.9.
Erpressung bei Volkswagen: Die Geschäftsleitung »erwartet« von der Belegschaft »Lohneinbußen«, damit der volkswirtschaftlich dringend benötigte Spritfresser »Marrakech« in Deutschland gebaut wird. Ansonsten wären (richtigdeutsch übrigens: seien) rund 1.000 Arbeitsplätze hinfällig. Tarifvereinbarungen, trompetet der Firmenherold, müßten geändert werden, denn: »Tarifverträge heißt geben und nehmen!«
DAS Humpelstilzchen kennen wir schon von Hartz IV: »Fördern und fordern« - also zusammen nehmen und fordern.
Logische, aber wahrscheinlich linksparteiliche Überlegung: Wie wäre es denn, wenn bei VW mal ALLE Malocher nicht arbeiteten?
Ich sehe schon: An dieser Stelle verliere ich nicht nur den Konsens der liberalen Leser, sondern auch den der IG Metall. Erstere aus unreflektierter Ideologie, zweitere aus Beitragserwägungen.

Apropos VW: Die vorjüngste (man weiß ja nie) Affäre läuft inzwischen unter dem Stichwort »betreutes Wohnen«.

25.9.
Nach dem G7-Gipfel ist klar: Die Finanzpolitik des US-Notenbankpräsidenten Greenspan ist ebenso.

Bürgerbeteiligung bei der kommunalen Mittelvergabe - außer in Berlin-Lichtenberg (mit einer Linke.PDS-Bürgermeisterin) ist sie in keiner weiteren Stadt Deutschlands anzutreffen.
Die Idee kommt übrigens aus Brasilien. - Naja, Bananenrepublik.

24.9.
»Kyoto« läßt grüßen. Man kriegt schon einen ziemlichen Hals, wenn man im Fernsehen die menschenleeren, aber zu 100 Prozent beleuchteten Städte und hellstens erleuchteten Häuser im US-Katastrophengebiet sieht. »Rita« hätte es wohl auch im Stockdunkeln geschafft!

Wer englisch kann und lesen, der lese:

Nix Neues aus den USA: Wieder werden Soldaten, diesmal die einer »Elitetruppe«, verdächtigt, Folter im Irak verübt zu haben.

Verheerendes Hochwasser in Rumänien - aber welchen deutschen TV-Sender interessiert schon groß das Geschehen in einem europäischen (Nachbar-)Land? Der Tagesschau war es immerhin eine »NiF - Nachricht im Film« von 10 Sekunden wert.

23.9.
Da stehste machtlos vis-à-vis: Die Hauptstadt ist sowas von pleite und schiebt kleine 5o Milliarden Schulden vor sich her. Da wird nun auch noch dringend ein »Großflughafen« reklamiert (dessen Kosten und Planungsläufte ziemlich unsicher sind), damit man in der Liga London, Paris, Moskau mitspielen kann.
Nun der Hammer: Der Flughafen Tegel, dessen Tage im obigen Licht gezählt sind, soll noch rasch für 12 Millionen ausgebaut werden! Das ist so wie beim Palast der Republik: erst für zig Millionen sanieren, dann genüßlich abreißen!

In New Orleans sind im Vorfeld des neuen Hurrikans »Rita« die eben notdürftig geflickten Deiche erneut gebrochen. Nun ja, das dringend benötigte schwere Gerät steht im dort weniger erforderlichen Irak herum...

22.9.
STOP PRESS: Hurrikan Rita kommt - und gehen die USA endgültig?...

Es ist unglaublich! Bitte hier klicken!

Nur für die Wenigen, die keine Gerüchte kennen: Sie  soll ja u.a. »Reisekader« (die Mallorca-erfahrenen DDR-Bürger wissen, was gemeint ist) gewesen sein, dazu FDJ-Sekretärin, und in Moskau studiert haben. Deshalb waren die fast 99 Prozent bei der Wahl zur Fraktionsvorsitzenden für sie ja eigentlich nur Routine...

Es bricht Jubel im Lande aus: Nach »Äh-äh-äh«-Fischers Abgang verspricht nun auch »Öh-öh-öh«-Stoiber endlich die dringend nötige Abspaltung der CSU von der CDU.

Und Schwesterwelle erkennt seine letzte wahre Chance, dreht auf und erhofft eine Wahl zum Fraktionsvorsitzenden. Warum, wird - wünschenswerterweise parteiintern und nicht publikumsbelästigend - geklärt werden. Frau Wie-heißt-sie-und-was-macht-sie-im-EU-Parlament-und-wieso-und-warum lauert ja schon als Ersatz (im urdeutschen Doppelsinn).

21.9.
Nun ist hoffentlich auch dem letzten Blöden klar geworden: Die maßgeblichen OPEC-Länder kündigen eine Erhöhung der Fördermengen an - und blitzartig steigt der Benzinpreis an den Tankstellen um gut 3 Eurocent.

Kein Geheimnis, warum sich die Regierungsbildung hinzieht: Zig Abgeordnete, Minister und politische Beamte müssen sich in den Januar retten, weil erst dann die Ansprüche auf die fetten, unsittlich hohen Pensionen, Übergangsgelder und Abfindungen fällig oder anrechenbar werden!

Auch auf die Gefahr hin, dass ich Copyrights verletze (obwohl die Bezugsquelle quasi regierungsamtlich und somit per definitionem vergnügungssteuerfrei ist): Mein Kommentar als Fischer zu diesem Kommentar lautet »gelungen«:

20.9.
Habe jetzt mit dem Weihnachtsmann konferiert I: Zu einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk hat er sich sofort und ohne Zögern bereit erklärt: Den »Äh-äh«-Kasper will ich euch und dem Ausland fürderhin ab sofort ersparen!

Habe jetzt mit dem Weihnachtsmann konferiert II: Er weigert sich standhaft, Frau Merkel zum Christfest die Kanzlerschaft zu schenken. Da müsse sich vor allem der agnostische Norden des Landes schon noch bis zum Frühjahrsthing nach 3 bis 4 Schildhebungsversuchen gedulden.

19.9.
namen est amen, wie der Lateiner sagt. Der CDU-Steuerguru Kirchhof war sowas von schnell wieder von der politischen Bühne verschwunden, wie es sonst nur in Todesfällen vorkommt. Und dabei hatte es Wochen gedauert, ihn aufzubauen.
Gottseidank schreiben wir nicht mehr das Alte Ägypten: Da hätten die CSU/CDU-Wahlkämpfer noch gute 14 Jahre mit dem Aufbau einer entsprechenden Pyramide in Heidelberg zu tun.

Ein guter Rat von international Bewanderten für die anstehenden Koalitionsverhandlungen: In den Niederlanden gibt es die heilsamen Institutionen des Formateurs und des Informateurs. Und Ersterer hat mit den beteiligten Parteien als Neutraler überhauptnix zu schaffen, sondern kann ganz neutral die Idiotismen sammeln und sortieren. Und der Informateur muss dann der Krone mitteilen, worum und warum es nicht geht.
Aber schon mal 'nen deutschen Politiker gesehen, der sich ums Ausland kümmert?

18.9.
Wahlabend. Sporadische Eindrücke. (Die Brechtüte befindet sich gleich links neben dem Ausgang!)
- Grundsätzlich beruhigender Faktor: Deutschland ist auch parlamentarisch nun ein stinknormales Land geworden und hat etliche Parteien im Bundestag (z.B. Holland: 12, Dänemark: 9), die sich zivilisiert um regierungsfähige Koalitionen bemühen müssen.
- So gegen 19:30 Uhr hatte man im TV den dringenden Eindruck, dass in der SPD-Zentrale Drogen verteilt wurden: Ich hatte schon Angst, dass die ersten Einpeitsch-Jubler vor Begeisterung über Schröder aus dem 5. Stock springen würden. Natürlich ohne Netz und (sichtbaren) doppelten Boden.
- Ungefähr zeitgleich gab die vormalige FDJ-Sekretärin und Westauslandsreisebefugte Merkel unbedacht (mein böser Teufel auf der linken Schulter flüstert mir pausenlos zu: »Sei ehrlich und schreib blöd!«) wie immer zu: »CDU und CSU sind   die Wahlsieger.«: Also doch 2 Parteien und/oder Fraktionen schon im eigenen Verständnis!
- Bei »Christiane Sabbelsen« spielt sich ausgerechnet jemand wie NS-Wulff (NS steht hier für Niedersachsen) auf als Sozialpolitiker! Ein Mann, der als eine der ersten Amtshandlungen als Ministerpräsident in seinem Bundesland sogar das Blindengeld abschaffte!!
- In derselben Sendung wurde klar: Genscher zurück ins Altersheim! Aber dringend!
Mehrere Fazite (die Akademie für Deutsche Sprache möge mir verzeihen, aber ich reklamiere Sondersituation!):
- Die Mehrheit der guten Deutschen wählt links!
- Beruhigend: Der Ossi wählt mal CDU, mal NPD mal FDP...
- Es gibt keine »Volkspartei« mehr, zumal sie nie das Volk oder wesentliche Teile desselben vertreten haben. Somit sind Wahlergebnisse über plusminus 33 Prozent Fantasie.
- Die FDP hat zu hoch gepokert und arrogant mit plusminus 45 Prozent für die CDU/CSU und über 6 für sich gerechnet. Nun vertritt sie zum ersten Mal seit 60 Jahren einen »Standpunkt« (letztes Ergebnis von heute abend) - na gut, vielleicht sogar 3 Tage.
Alles Psychopathen. - Aber morgen gibt es ja neue attraktive Posten zu verteilen!

Nochmal neutral:
Amiland will ab 4.10. eine Regelung einführen, nach der Einreisende bereits vor dem Abflug eine erste Aufenthaltsadresse in den Vereinigten Staaten angeben müssen. Für die USA gilt das nicht: Die behalten sich sogar einen atomaren Erstschlag im Ausland vor.

Die Autofabrikfürsten von VW und Porsche, Piech und Pischetsrieder, freuen sich über einen Abgang von Trittin bei entspr. Wahlausgang.
Was immer man gegen den eitlen KBWler aus Göttinger Studientagen haben kann: Ein gutes Zeichen, dass seine Politik diesbezüglich erfolgreich war!

17.9.
Die Alternativen bei dieser »Schicksalswahl« sind Rot-rot-grün und Schwarz-Geld.

Die französische Regierung will jetzt schärfstens die Benzin- und Gaspreise der Multis auf Missbrauch kontrollieren. Recht so! Demgegenüber eiern unsere Politiker herum und wollen, sollten sie ähnlichen Gedanken überhaupt näher treten - da der Markt ja alles richtet -, erstmal gründlich »prüfen«.

16.9.
Es ist unglaublich! Keiner will die Große Koalition. Die ist natürlich ebenso »verhinderungswürdig« wie »unsinnig und völlig überflüssig«. Soweit die Vorwahlstimmen. Danach fallen sich Rainer Brüderle und die DLRG und vor allem Herr Schwesterwelle und Freddy Quinn wieder sowas von in die Arme.

15.9.
Ich war auf der Insel!
Na gut, plusminus 6 Stunden inclusive Hin- und Rückfahrt auf dem Hindenburgdamm.
Fürchterlich: Das Land wird zersiedelt, Westerland verprollt, die Natur geschändet, die überteuerten Häuser sehen nicht mal aus wie..., die Preise - naja...
Ich war als Kind da, vor zwanzig Jahren - und mal wieder IN zwanzig Jahren!

Nönö:
Ich hörte, dass der mehrmalige Tour-de-France-Sieger unter Kameraden auch Ambu-lance Armstrong genannt wird.


6.9
Ab heute und für paar Tage ist hier Ruhe wg. des Bodensatzes eines Urwaldes: Urlaub...

5.9.
Da! 15-Sekunden-Beitrag in der »Tagesschau« über ein verheerendes Hochwasser in irgend einer chinesischen Provinz. Mir kommen die Krokodilstränen.

Im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten: Wen wundert's, dass es im Irak so aussieht wie es aussieht, wenn die Amis nicht einmal in ihrem eigenen Land mit Problemen fertig werden?
Merke: In einem weitgehend privatisierten Krieg läßt sich natürlich viel mehr verdienen als bei einer privatisierten öffentlichen Für-und Vorsorge!

4.9.
Ausnahmsweise mal ein paar Worte zum Fußball - ein Erwerbszweig, den ich normalerweise ziemlich ablehne. Zum Beispiel mit dieser Feststellung:
Eine Gesellschaft, in der ein fast noch pickeliger Anfangzwanziger in einem Jahr mehr verdient als ein Spitzenwissenschaftler im ganzen Leben, kann doch nicht ganz gesund sein!

Wie sehr verstehe ich dennoch Frankreich, dass sich über einen 3:0-Sieg gegen die Færøer freut, wo doch Deutschland gegen die 2. Besetzung der Slovakei 0:2 verliert.
Ja. Schon allein im Fußball.

Apropos Fußball-WM: Ich bin ja Mitglied einer Arbeitsgruppe, die dem internationalen WM-Publikum deutsche Eigenarten übersetzen soll. Nach meinem Vorschlag heißt der Spieler Schweinsteiger dann Pigfucker.
Die Idee, Metzelder als Old Mistress   (alte Metze) vorzustellen, provozierte allerdings die Bildung einer Mittelhochdeutsch/englisch-Arbeitsgruppe. Demgegenüber ging vulva constrictor   als Beckenbauer diskussionslos über die Bühne. Aber nur so kann man das Bildungsbürgertum doch an Populärthemen heranführen!

3.9.
Motto des CSU-Parteitages gestern: »Gemeinsam für Deutschland«. Äh, äh.
Es darf allerdings auch nicht verschwiegen werden, dass Bayern-Ede nur mit mageren 93,soundsoviel Prozent knapp in den Parteivorsitz gewählt wurde.

Und nun knöpfen sie uns auch noch einen Teil der Strategischen Ölreserve ab (siehe 2 Zeilen höher). Wer wird dann noch bei einer echten Ölknappheit etwas gegen militärische »Sicherung unserer Interessen« einzuwenden wagen?

Nein! Der Umstand, dass Louisiana nicht geholfen wird, ist keine Rassenfrage. Das ist nur eine Klassenfrage.
Sogar Kondolenza Rice hat sich in dieser Richtung geäußert. Und die wurde immerhin für den Beweis eingekauft, dass schwarz nicht dumm ist, aber auch ziemlich falsch denken kann.

2.9.
Letzte Meldung: Tonga und Tibet haben sich erboten, den USA im Katastrophengebiet technische Hilfe zu leisten!

Ich hatte die US-amerikanischen Krimis in Kino und TV voller Gewalt, Totschlag, Raub, Plünderung und unfähigen (Sicherheits-) Behörden immer für reichlich fiktional gehalten: Nun sehen wir mit New Orleans, dass es die reinsten Dokumentarfilme sind.

Typisch Amiland: In normalen Ländern wird nach einer derartigen Naturkatastrophe für einen bis drei Tage Staatstrauer oder Vergleichbares ausgerufen. Dort geht ganz einfühlsam ausgerechnet der »US Open«-Tenniszirkus der armen Leute weiter, als sei nichts geschehen...

1.9.
Sensationell! Wie konnte ich es verpassen?! US-Präsident Bush hat sich getraut und das Katastrophengebiet Louisiana/Mississippi doch in 10.000 Meter mit der »Air Force 1« zur direkten In-Augenschein-Nahme überflogen!!
Was das wieder an Stimmen bringt!

Ist mal wieder toll: Wo die technisch schlechtesten Autos mit dem größten Benzinverbrauch rumkarriolen, sind natürlich auch die Raffinerien marode. Jetzt fehlen den USA rund 30 Prozent Kraftstoffproduktion und schon treiben sie die Preise auf den internationalen Märkten nach oben - während der Durchschnitts-Ami immer noch nur die Hälfte des hiesigen Benzinpreises löhnt.
Ich habe es satt, die US-Automobilisten zu subventionieren!