

Zu einer Brückendemontage in Berlin meldet die örtliche Abendschau: » Heute ging es dem alten Eisen ans Leder.« Und mit fiel die Spucke aus den Haaren.
29.5.
Ja, so ist es. Wenn es um 25.000 Arbeitsplätze von »Prollis« geht sowie um vergleichsweise lächerliche 3 Milliarden und immerhin einen Konzern in der Realwirtschaft - wie bei Opel -, dann wird verhandelt, geprüft, geprüft, verhandelt.
Hat allerdings eine Bank Probleme und sind 25 Bankster-Managersessel gefährdet - dann braucht die nur die Hand zu heben, und die Politiker hüpfen und die Zig Milliarden fließen.
Die unendliche Geschichte: Jetzt, vor Pfingsten, ziehen die Spritpreise wieder an. Hinzu tritt, dass die Rohstoffspekulanten wieder zuschlagen, als habe es nie eine »Krise« gegeben. So kostet derzeit der Liter Benzin nach Darstellung von Fachleuten 10 bis 12 Cent mehr als er sollte.
Den ehemaligen Bahnvorstand kann man eigentlich nur noch als kriminelle Vereinigung bezeichnen. Jetzt kommt heraus, dass PR-Aktionen in Auftrag gegeben wurden: Manipulierte Umfragen sollten 2007 in der Bevölkerung zu »bahnfreundlichen Ergebnissen« führen. Die »Denkfabrik« Berlinpolis hat wohl freudig-erregt am Auftrag mitgewirkt...
28.5.
Tja, liebe Bundesregierung: Von den Amis könnt ihr in den Verhandlungen über die Zukunft von Opel lernen, wie man knallhart seine Interessen vertritt. Aber wenn man einen Wirtschaftsminister hat, der bislang nur Strohballen verkauft hat und auch weiterhin sich nur im Strohdreschen profiliert...
Der Verband der Maschinenbau-Industrie weist darauf hin, dass in diesem Jahr rund 10 Prozent weniger produziert wurde und werden wird. Mal sehen, ob sich das dann auch in einem entsprechenden Rückgang bei den Managergehältern niederschlägt. Auf Seiten der Beschäftigten ist das ja schon mit Kurzarbeit, Tarifkürzungen etc. pp. geregelt.
26.5.
Da gnurzt eine selten dämliche Schnulle (auch noch im Doppelpack Blondine und Psychologin) im TV bei Pilawa auf die Frage nach ihrem Tun: »Ich berate Manager. Das ist nicht gerade, was ich gelernt habe, aber, ähm...« Na, dann ist der wirtschaftliche Erfolg vieler Firmen selbstverständlich und geradezu unvermeidlich programmiert...
Zum Vorhergehenden und Nachfolgenden passt als Brücke diese freche Lüge eines prominenten Geldreißers, die gestern im Spiegel stand, wie die Faust aufs ohnehin schon tränende Auge. Diesmal vor Lachen:
»Die Vorstände arbeiten doch in erster Linie für den Erfolg eines Unternehmens und erst in zweiter Linie für ihr Gehalt.« Woraus sich (für ihn logisch) ergibt, dass Managergehälter nicht gekürzt werden dürfen. - So jedenfalls der Aufsichtsratschef der Fresenius SE, dem wir angesichts seiner 70 Lebensjahre wünschen, dass er auch die jetzt anstehenden Jahre im Altersheim noch mit (Lebens-)Lügen weiterhin einigermaßen fröhlich und von der Wirklichkeit unangetastet verlebt.
Haben diese Leute eigentlich keinen Anstand und keine Realitätswahrnehmung mehr? Da wird ein Unterhaltungspopulist höchstens zweit- oder drittrangiger Güte (was sein Betätigungsfeld angeht) für rund 30 Millionen den Arbeitgeber wechseln. Derweil steigt die Zahl der Arbeitslosen stetig weiter und die Wirtschaft stagniert - bestenfalls. Aber die Herren Gomez, Rummenigge und Co gehen davon aus, dass alle Leute weiterhin diesen Wahnsinn mit Eintrittskarten, Werbebotschaften und TV-Gebühren unterstützen. Ich wünsche diesen Burschen einen Pleiteabsturz, wie er in der englischen und italienischen Fußball-Liga ansteht bzw. bereits zu besichtigen ist!
Jetzt lügen sie, dass die Heide wackelt! Bei der offiziellen Verabschiedung des Herrn Mehdorn überschlagen sich die Elogen:
Der Aufsichtsrats-Vorsitzende und Ober-, naja, lassen wir das, Müller salbadert darüber, M. habe »Hervorragendes geleistet« (na gut, aber DAS meint er wohl eher nicht!), sowie dass »aktives persönliches Fehlverhalten« keinem Vorständler vorzuwerfen sei (da man derartiges sehr wohl auch passiv schafft!).
Nachfolger Grube nennt ihn einen »Visionär« (mit starrem Blick auf sein Einkommen, vermutlich).
Kanzleramtsleiter de Maizière hat nichts Flaueres anzubieten als die Großtat zu feiern, Mehdorn habe »aus Beförderungsfällen Kunden gemacht« (ein Aperçu, das für d.M. wohl nicht gerade ein Beförderungsanlass sein wird).
Und über das Managementgrauen Suckale weiß Müller zu berichten, sie sei »eine attraktive Frau, bei der Charme, Schönheit und Intelligenz eine vollkommene Einheit bilden«. Herr M., SO hässlich ist sie nun auch wieder nicht - vonwegen der Einheit mit der Intelligenz!
Apropos Kunst. Dies:
will uns der Tagesspiegel heute als »Gemälde« unterjubeln!
25.5.
Soso, der Bauernprotest heute hat schon einige Erfolge für die Landwirte gezeitigt. Ist ja auch Wahlkampfzeit. Bei rund 380.000 Agrarbetrieben, zumal bundesweit, kriegen die doch heutzutage selbst mit Familie und Gesinde kaum noch so viele Stimmen zusammen, wie es für einen Wahlkreis braucht! Aber warum (noch mehr) Privilegien für's Landvolk und wieso nicht auch für Busfahrer, Schuhmacher oder Unidozenten???
Vorsicht, nicht anfassen:
Das ist nicht etwa profan ein zerlegter Schlafzimmerschrank, sondern Hochkultur! Der Verursacher hat bei Beuys gelernt. Nämlich die Kunst, wie man die öffentlichen Museums- und Kulturhaushalte plündert und die Kustoden als hochgradig unsicher bloßstellt. Da gelangt so etwas dann sogar in die Berliner Nationalgalerie...
24.5.
Nun wird bekannt: Bundeshörstel hat nicht einmal seine eigenen Truppen hinter sich gehabt: Mal abgesehen von denen der Tarnorganisation der CSU »Freie Wähler« brauchte er die Stimme der »grünen« Storkar (von der parteiinternen Bundesarbeitsgemeinschaft »Demokratie und Rechts« - äh, Recht, einer stocküberzeugten Linke-Gegnerin).
Und der »Präsident aller Deutschen«, der in seiner ersten Amtsperiode »sein Profil suchte« (ausgerechnet Tagesspiegel-Casdorff), hat dafür ja nun noch weitere fünf Jahre Zeit. Tja, manchmal sind Lehrjahre auch Herrenjahre. Und gutbezahlte dazu!
Die Unverschämtheit kennt wohl keine Grenzen: Nun kommt der nächste von inkompetenten Managern zutode gerittene Konzern auf der Woge der »Krise« daher und bettelt um Staatshilfe, um eine »Katastrofe« zu vermeiden: Arcandor/Karstadt. Die Katastrofe hatten sie schon mit Middelhoff und anderen Nieten in Nadelstreifen...
23.5.
Nachdem das Bundeshörstel im Eilverfahren bestätigt wurde (schließlich standen wichtige Fußballspiele an, deren Ergebnisse niemand verpassen wollte), quarkte noch das journalistische Sabbelgrauen Markwort etwas von Demokratie in die TV-Mikrofone und meinte völlig ernst, dass die Bundesversanmmelten »ein hohes Maß an Disziplin gezeigt und wie erwartet abgestimmt« hätten. Na, dann ist ja alles in Ordnung mit dem CDU-Bürger-präsidenten für alle.
Dies Abbildung präsentiert uns Der Spiegel:
Wenn die Bildzeile Kapitalismusexperten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft stimmt, müssen sie wohl die Fotos verwechselt haben...
22.5.
Große Hektik im ZDF: Erst bei heute als eventuell, dann später soll es sicher sein: Der Mörder von Benno Ohnesorg, Karl-Heinz Kurras, einer von 25.000 Polizisten im West-Berlin der 50-er und 60-er Jahre (der Stadt mit der höchsten Polizeidichte der Welt - alle natürlich richtige Polizisten!), sei Stasi-Agent und SED-Mitglied gewesen. Wird um 19 Uhr gemeldet. Bis 22.30 geht dort der Gran Prix der Volksmusik weiter, zu dem die Meldung durchaus zu gehören scheint. Weltweit ansonsten keine Reaktion...
21.5.
Auf dem »Kirchentag« (die belassenen es ja bedeutungsungemäß nicht einmal bei einem!) fordert die Kanzleresse die dort versammelten (Obrigkeits-)Gläubigen auf, den bürgerlichen »Rechtsstaat nicht als Selbstverständlichkeit zu verstehen«.
Keine Sorge! Seit Schäuble wissen wir selbstverständlich, wie die CDU ihn als selbstverständlich versteht!
Der Herr Steinmeier sucht auf dem Kirchentag das Gespräch mit der Jugend.
Na klar, in seiner spezialdemokratischen Partei und in seinem ihm zugewiesenen brandenburgischen Sterbewahlkreis findet er sie natürlich schon mal gar nicht. Dort hat auch noch niemand etwas von Kurnaz oder Irak oder Guantanamo gehört, weil es keine Bananensorten sind.
Heute ist in Teilen der Welt »Himmelfahrtstag«.
Im sozialistischen immer noch der »Tag des Kosmonauten«. (Ehrlich: Generalsekretär Breschnjews Staatsdolmetscher hat es beim Bonnbesuch 1967 genau so übersetzt...)
Darüber hinaus hat es anlässlich schon immer kritische Diskussionen gegeben: Allein die Behauptung, der Himmelfahrer habe es sich »zur Rechten Gottes« bequem gemacht, wird seit 120 Jahren von der Vereinigung der Linkshänder aufs Heftigste bestritten...
Die Kanzleresse »schaltet sich« nach Darstellung ihrer Hofberichterstatter in der/die Milchpreis-Diskussion »ein«: Sie sagte Milchbauern in Niedersachsen - es ist ja Wahlkampf - ihre übliche Unterstützung zu und sprach mit mehreren Milchkühen, denen sie eine Senkung des Wahlalters auf Färse (2 Jahre) versprach.
In Ermangelung eines echten Europäers und zur Vermeidung der gewöhnlichen Peinlichkeiten bekommt diesmal ein öffentlich hochgradig unbekannter Allerweltsphilanthrop den Aachener Karlspreis für Verdienste um Europa.
Das Elend der Vergeber wird insbesondere dadurch deutlich, dass nicht einmal ein Mitterand zur Verfügung steht, der dem Kohl den Preis verleihen lässt, nachdem der ihn letztes Jahr von ebendemselben anempfohlen bekam, und von X für Y nach Y für X undsoweiterundsofort...
Wir Käsefreunde haben aber diesmal eine überzeugende objektbezogene Erklärung: Preisträger Ricardi hat eine San Egidio-Stiftung ins Leben gerufen. Da erinnern wir uns doch sogleich an Egidio Galbani, den Erfinder des absolut ungenießbaren Industriekäses!
Die Berliner »Gesundheitsverwaltung« (sowas gibt es auch nur auf deutsch!) verbietet jetzt jeglichen Sonntagsdienst der (Zahn-)Ärzte (gibt es noch etwas weltfremderes?) mit Personal zum angeblichen Schutz der Beschäftigten. Das einzige Bundesland, das Arzthelferinnen und Praxisangestellte vor tyrannischen Wochenendkrankheitsausbrüchen schützen will. Senatoren und Spitzenpolitiker ausgerechnet in Berlin natürlich ausgenommen: Da gibt es das Krankenhaus der Bundeswehr - und dort sind selbstmurmelnd Soldaten, Beamte, Ärzte und realitätsverdrängungsdrogenverabreichende Hilfskräfte immer im Dienst...
20.5.
Eben höre ich beim Vorbeilaufen (meine Frau kann es ja nicht lassen, Tennis zu gucken): »Die enorme Erhöhung der Preisgelder.« Und die gehen ja bekanntlich sieben- bis achtstellig!
Ich schätze mal, in den letzten Jahren um mindestens 1.000 Prozent. Ebenso beim Autorennen. Nicht nur, dass ich beide Disziplinen inzwischen nicht mehr auf den Sport-, sondern nur noch auf den Wirtschaftsseiten der Zeitungen (wo auch die Fußball-Bundesliga definitiv hingehört!) erwähnen würde: Wo kommt das Geld eigentlich her? Nun: von mir! Denn das sind ja alles Gelder, die die werbende Wirtschaft zahlt. Mit Aufschlag auf die Käuferpreise...
Ich will kein Tennis und keine Formel 1 mehr sehen!!!
19.5.
Auf dem heute eröffneten Deutschen Geldreißertag (offiziell noch »Ärztetag«) haben sie nun gezeigt, warum es ihnen mehrheitlich geht: Kohle, Kohle, Kohle.
Apropos Gesundheit und Geld: Apotheken dürfen weiterhin in Deutschland nur von Apothekern betrieben werden. Doc Morris kann dem zahlenden Patienten also kaum entgegen kommen. Nach diesem Urteil des Europäischen Gerichtshofs bleibt »Gesundheitspolitik« also weiterhin Sache der Mitgliedsländer und ihrer Pharmalobbys.
18.5.
Der Tagesspiegel stellt fest: »MAN-Affäre erreicht den Vorstand« - Was Wunder, da kommt sie ja ursprünglich auch her...
Der CDU-Finanz»experte« Friedhelm Merz wird auf die Gesprächsschiene als EU-Kommissar und Verheugen-Nachfolger geschoben. Wenn das etwas werden sollte, müssen sich die Arbeitnehmer Europas aber warm anziehen: ein gnadenloser Neocon und Industrielobbyist pur steht da ins Haus...
In einer Kampfabstimmung auf dem Parteitag der Berliner Spezialdemokraten um einen aussichtsreichen Listenplatz ist dem Politrentner Benneter noch eine Alterszusatzversorgung als Bundestagsabgeordneter für weitere vier Jahre geglückt. Mal sehen, ob wir wieder vier Jahre nichts von ihm hören und sehen - von Auftritten in Provinztalkshows des RBB einmal abgesehen.
16.5.
Die Eisenbahnergewerkschaft Transnet hat praktischerweise bei den Experten von der Bahn gleich auch ihre Mitgliederdaten abgleichen lassen. Filz vom Feinsten! Kein Wunder, dass Ex-Gewerkschaftsboss Norbert Hansen dann von Mehdorn mit offenen Armen empfangen und einem Vorstandsposten belohnt wurde - mit der Mitgliederliste als »Morgengabe«! Da kann der neue »Arbeiterführer« Kirchner nicht nur von der DB, sondern auch vom eigenen Laden eine »moralische und wirtschaftliche Wiedergutmachung« für die Mitglieder und Mitarbeiter einfordern.
Die FDP fordert zehn Prozent des Bruttosozialproduktes für Bildung. Ausweislich der Beiträge auf ihrem Bundesparteiag dringend vor allem für ihre Funktionäre.

Heute im Berliner Info-Radio gehört: »Der Anbau ist das äteste Gebäude der Schlossanlage Storkow.« Wenn man jetzt noch üssste, woran er denn dann angebaut werden konnte...
15.5.
Die Kanzleresse hat die »Jubiläumsschau« zur Völkerschlacht am Teutoburger Wald (Stichwort Arminius für Leute ohne Latinum, aber mit völkischem Germanicum) eröffnet. Ja, auch so kann man Massenmorde mit etwa 60.000 Toten feierlich begehen...
Monica Bleibtreu gestorben, melden sie auf allen Kanälen. Zwar nie gehört, aber offenbar TV-nachrichtenwürdig. Dann die Auflösung: Ihr Sohn hält sich für einen Schauspieler. Na dann.
Heute das erste Mal wegen Überbrückung einer Sendepause im Fernsehen Korbball geguckt. Heißt übrigens heutzutage schwer englisch-dynamisch basket-ball und »auf deutsch« gleich typerscherweise falsch Basketball. Offenbar eigens für »körperlich Benachteiligte« eingerichtet und wohl für Normalwüchsige ebenso unzugänglich wie Zwergenpolo (für Leute bis maximal 110 cm Körpergröße).
Arcandor: Pleite, der Laden. Hieß früher mal, als es noch ein normaler Betrieb mit einem normalen Chef war, schlicht Karstadt. Der Verantwortliche für alles sitzt übrigens ziemlich un(an)greifbar achstellig im befreundeten Ausland.
14.5.
Steuermindereinnahmen von geschätzten 316 Milliarden stehen ins Haus - allerdings nicht als Schuld in das der Banken und ihrer »Manager«. Ihren politischen Vertretern, allen voran der FDP und dem »Wirtschaftsflügel« der CDU, (übrigens die einzige Partei, die vor allem aus einem Flügel besteht), reicht das jedoch noch nicht: Sie trommeln im ausbrechenden Wahlkampf für »Steuererleichterungen« für ihr Klientel, koste es, was es wolle - im wahrsten Sinne des Wortes. Und die Oberschranze Westerwelle, als Parteivorschläfer wiedergewählt mit rund 95 Prozent (allerdings: welche Wahl und welche Alternativen!!!), aber lassen wir das...
Offensichtlich haben viele in einem ziemlich unbegründeten Taumel vergessen: Auch Obama ist nichts anderes als ein weiterer USA-Präsident! Und diese Funktionsfigur war, ist und bleibt in erster Linie nichts anderes als die Marionette des militär-industriellen Komplexes. Kein Grund also für Enttäuschungen oder Erstaunen...
13.5.
Herr Steinbrück! Ich entdecke auf meinem Bankkonto eine Lücke, wohl durch faule Papiere! Wie kriege ich die in Ihre »Bad Bank«?
Der Bundestag mischt sich aber auch in alles ein. Nun in die jährlich etwa 200 Fälle von Spätabtreibungen. Gibt es denn nichts wichtigeres für Parlamentarier in diesen Tagen?
Da hat sich die deutsche Ärzteschaft mit Kamerad Glasauge ja den richtigen misanthropen und geldgeilen Repräsentanten als Präsidenten ausgesucht: Kammervorsitzer Hoppe will eine »Prioritätenliste« für die »Gewährung« medizinischer Leistungen für Kassenpatienten! »Wenn wir Ärzte«, so der Ober-Arzt ohne Praxis, »zugeteiltes Geld bekommen, können wir bei den Ausgaben auch nur nach Zuteilung arbeiten.« Magenschmerzen oder ein zu hoher Cholesterinspiegel seien eigentlich Luxus.
Ist es nicht eher Luxus, sich einen hochbezahlten Spinner als Aushängeschild einer Berufsgruppe zu leisten, dem es um mehr Geld für sich selber und nicht um Patienteninteressen geht?
Der ehemalige Bahnvorstand »übernimmt die Verantwortung« für die Skandale der jüngeren Vergangenheit. Ja, dankeschön auch.
Norbert Hansen, der Frontenwechsler, hat festgestellt, dass es jetzt für die sechsstellige Pension reicht, und geht »aus gesundheitlichen Gründen«, Margret Suckale hochbelohnt zur BASF, Mehdorn wahrscheinlich zu Merklin und Otto Wiesheu dorthin, wo er seit Jahren hingehört: zurück in die CSU-Wüste.
12.5.
Den in Berlin abgehalfterten und gescheiterten CDU-Provinzpolitiker Peter Kurth dürfen die Kölner jetzt noch als Bürgermeister-Kandidaten auftragen.
Es ist doch selbstverständlich, dass der wahrscheinliche NS-Massenmörder Demjanjuk ebenso aufmerksam, human und fürsorglich behandelt wird, wie er es seinerzeit seinen Schutzbefohlenen angedeihen liess!

Programmankündigung des ZDF: » 23.50 Paul is Dead BRD 00« In der BRD wird bekanntlich Englisch gesprochen...
11.5.
Jetzt hat der Bundesgerichtshof in seinem jüngsten Beschluss E-Mails bei der Beschlagnahme den »normalen« Postsendungen und Telegrammen gleichgestellt. Dadurch sinken die rechtlichen Hürden für eine Beschlagnahme erheblich, da der bei der Internet-Überwachung geltende Paragraph 100a der Strafprozessordnung mit seinen Einschränkungen außen vor bleibt. Nach Ansicht des Gerichts trifft auf E-Mails in Postfächern vielmehr Paragraph 99 der Strafprozessordnung zu, wonach die »Beschlagnahmung« zulässig ist, wenn sich die »an den Beschuldigten gerichteten Postsendungen und Telegramme ... im Gewahrsam von Personen oder Unternehmen befinden, die geschäftsmäßig Post- oder Telekommunikations-dienste erbringen oder daran mitwirken«. Eine neue Form der Schnüffelpraxis und der Totalüberwachung steht somit vor der Tür.
Was die Oberrichter wohl nicht bedacht haben: Nun muss der E-Mail-Verkehr den »normalen Postsendungen und Telegrammen« im restlichen Kommunikationsverkehr gleichgestellt werden. Also auch bei Terminsachen, gerichtlichen Vorgängen, Verträngen und so weiter. Oder wie oder was?
Laut Tagesschau hat Israel eine »Mitte-rechts-Regierung«. - Ganz freundlich gesprochen, ist es wohl höchstens eine Rechts-ganz rechts-Zusammenrottung.
Der heute-Vorleser Seibel fragt den Tel-Aviv-Korrespondenten: »Wie ist der Papst denn in Israel angekommen?« Wir alle wissen: mit dem Flieger.
Der Wahlkampf ist auf's Heftigste ausgebrochen. CDU und FDP wollen wider besseres Wissen mit niedrigeren Steuern vor dem Wähler balzen. Ja: ca. 2030 könnte es realistisch werden...
Diese grauenhaften Um-zu-Sätze sind nicht nur stilistisch verheerend. In der heute-Sendung weiß der Korrespondent: In Pakistan haben »viele kürzlich die Stammesgebiete verlassen, nur um im Swat-Tal erneut zwischen die Fronten zu geraten«. Nur um zu gewiss nicht! Dann hätten sie ja gleich dort bleiben können!
10.5.
Datenschutz für Privatleute und Arbeitnehmer, mehr kann man dazu nun wirklich nicht sagen als Der Spiegel schreibt:
»Während die SPD mit den Gewerkschaften für ein eigenständiges Arneitnehmerdatenschutzgesetz plädiert, ist das Vorhaben für die Union wegen der ablehnenden Haltung der Arbeitgeber schwieriger.«
Da war doch etwas mit Wahlen demnächst und Interessenvertretung und unabhängigen Abgeordneten???
8.5.
»Die Grünen« bezeichnen sich auf ihrem heute beginnenden Wahlparteitag noch immer als »basisdemokratisch«. Dabei saß die Basis mal wieder vorn-oben auf dem Podium mit dieser Oberbasis:
Das Ganze zu zeigen, würde mir nur als frauenfeindlich vorgeworfen...
»Der radikalkatholische Glaubensführer Benedikt sucht den Nahen Osten heim und gefährdet den dortigen stets fragilen Religionsfrieden.« So müsste heute die Meldung heißen. Aber nein; unsere Medien ergehen sich in Jubel bis hin zur wahrscheinlich 72-stündigen Live-Berichterstattung des Bayrischen Rundfunks.
Das Kapital lässt seine Schranzen nicht im Stich: Jetzt ruft der BASF-Chef Hambrecht die Mehdorn-Kollegin Margret Suckale zu sich. Das ist die, die beim Lokführerstreik so herzlich versagte und der eine Mitwisserschaft, wenn nicht Anstifterschaft beim kriminellen Abhörskandal der Bahn zugemutet wird. Sie kommt somit einer Entlassung mit Schimpf und Schande zuvor, fällt warm und weich und soll, da sie ja »Professionalität und Beharrlichkeit« (Hambrecht) gezeigt habe, sich nun »um Personalangelegenheiten der Führungskräfte« kümmern. Das klingt wie Chefsekretärin mit Aufgaben wie Terminkalender führen, Flüge und Hotels buchen sowie Prostituierte organisieren. Und die Chemiewerker müssen ihr gewiss siebenstelliges Gehalt jetzt auch noch erarbeiten.
Hier gibt der angebliche zukünftige Bundesaußenminister eine Kosteprobe von seiner Kompetenz in weltmännischem Auftreten.
In Berlin zeigt sich einmal mehr, wie ernst die Politiker ihre Sonntagssprüchlein von Bildung, Erziehung und Wissenschaft als DEM »Rohstoff« dieses Landes nehmen (»Bildungsrepublik« meiert die Kanzleresse). Jetzt fängt schon der Bildungssenator an, nicht mehr die Hochschulen und Universitäten, sondern den Finanzsenator verbal zu unterstützen. Und die Bildungsstätten immer mehr in Richtung Firmen, Etaterwägungen, Wirtschaftlichkeit, Profitcenter zu drücken. Auch er natürlich Spezialdemokrat.
OK, auch die Freie Universität z.B. züchtet ihren Verwaltungs-Wasserkopf: die Mehrzahl der Stellenausschreibungen, wie man sie etwa im Tagesspiegel besichtigen kann, betrifft offenbar diesen Sektor und nicht wissenschaftlichen Nachwuchs. Mein Fachbereich, der 1972 von 5 Leuten verwaltet wurde, hat heute rund 25 Mitarbeiter...
7.5.
Ausgerechnet die Kanzleresse ist die einzige anwesende Vertreterin der großen EU-Staaten beim Prager Gipfeltreffen »Östliche Partnerschaft«. Briten-Brown, Franko-Sarko und Hispano-Zapatero ließen sich nicht blicken. Diesmal war zwar nicht Irans Achmadinedschad, aber Weißrusslands Diktator Lukaschenko zu boykottieren. Und kein konzertiertes Aufheulen in unseren Medien...
Der Post-Vorstand will längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich und eine Verschiebung der zugesagten Gehaltserhöhungen für die rund 80.000 Briefträger. Sollte die zuständige Gewerkschaft Verdi sich dem widersetzen, will Konzernchef Appel Entlassungen vornehmen. Tolle Logik: und wer soll dann zustellen?!
So sehen Intelligenzbolzen aus:
Als Beispiel Postführer Appel.
6.5.
Die Tschechen haben nach langem Hin-und-her nun wohl mehrheitlich zugestimmt; zwar nicht das Volk, aber die Politkasper. Und in den deutschen Medien heißt es sofort wieder nicht EU-Reform-Vertrag, sondern demagogisch EU-Reformvertrag. Wenn Sie wissen, was ich meine...
Man soll ja eigentlich keine Namenswitzchen machen. Aber die Gestalt, die in der Linken-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus derzeit das Springteufelchen spielt (bleibt er? geht? oder wie oder was?), heißt nun 'mal Wechselberg.
Der CSU-Ober-Bayer im Bundestag Ramsauer (noch so ein Name, der Programm ist) wendet sich gegen staatliche Kontrollen der Wohnung von Waffenbesitzern: Bei der grundgesetzlich garantierten Unverletztlichkeit der Wohnung »hört der Spass auf«.
Wir lernen: Die auch von ihm und seiner Truppe sanktionierten Lauschangriffe und Bundestrojaner waren noch Spass!?

Kongenial bringt die Berliner Abendschau eine »Müll-Serie« die aufklärt, »wie man dem Dreck Herr werden kann«. Beispielsweise, indem man dieses Sprachdrecks Herr wird!
5.5.
Die Kanzleresse meint: »Leistungsträger müssen steuerlich entlastet werden.« Da ist ja klar, dass ihr dann eine Steuererhöhung ins Haus steht...
Was für ein Land! Nun muss sich das Bundesverfassungsgericht schon in die Gestaltung von Familiennamen einmischen! Den Richtern klingt wohl der alte CDU-Schlachtruf nach: »Dreigeteilt - Niemals!«

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz Schaar warnt vor einem SuperGAU beim Umgang mit persönlichen Daten durch Firmen und Dienste. Wenn GAU für »Größter anzunehmender Unfall« steht, ist das dann der größtere?
4.5.
FDP-Tröte Niebel zur wogenden Wahlkampf-Steuersenkungs-Diskussion: »Bei uns finden Sie die reine Lehre.« Klar, dort ist die Realität völlig ausgeblendet.
Wirtschaftsbaron von und zu über die Fusionspläne mit Opel aus Sicht von Fiat: »Fiat hat ein interessantes Konzept.« Wohl vor allem, weil danach einer der vier Standorte geschlossen und Tausende entlassen werden sollen.
Da hat ein kleiner Berliner Bezirksverordneter der Linken dümmlicherweise und dazu privat die Mai-Demo angemeldet, aus der unkontrollierbar später die Ausschreitungen entstanden. Und schon solltest du Berlins »Christen-Union« und »Liberale« gegen die Gesamtpartei Die Linke toben sehen! Wenn hingegen ein Funktionsträger der CDU, was häufiger im Lande vorkommt, sich mit den Rechtsradikalen gemein macht: Schweigen im Walde. Und niemand käme da auf die Idee, die Vorsitzende zur Verantwortung zu ziehen oder die gesamte Union zu bezichtigen.
1.5.
1.-Mai-Demos: DGB- und SPD-Oberfunktionäre wie Sommer und die Herren Steinmeier und Müntefehring schimpfen auf den »Kundgebungen« unglaublich demagogisch gegen die Ergebnisse ihrer eigenen Aufsichtsratsbeschlüsse und Gesetze.
Natürlich völlig wertneutral und reichlich argumentationsfrei verbot das Berliner Verwaltungsgericht eine Demo durch die konsumtempeldurchsetzte Friedrichstraße...
Die Berliner Festspiele wurden heute eröffnet. In der ersten Aufführung verarbeitet ein Herr Schlingensief seine Krebserkrankung. Mal sehen, wer in den nächsten Wochen noch so seine wahnsinnig interessanten Krankenblätter breittritt...
Die Spezialdemokraten plakatieren in Berlin für die Europawahl: »Heiße Luft würde DIE LINKE wählen.« Während alle anderen Wahlberechtigten natürlich grunddemokratisch bei SPDCDUCSUFDP für die in obskuren Hinterzimmern zusammengerauften Politiker-Abschiebelisten stimmen. Auf denen sind Figuren verzeichnet, von denen man 88 Prozent nicht kennt und die anderen 12 Prozent nicht leiden kann...
Was haben die Leute eigentlich gegen Berlusconi? Mit seinem Vorschlag, einige völlig politikferne Reklameschönheiten für Europa zur Wahl zu stellen, zeigt er doch offen und ehrlich, was er selber und die gesamte Politmuschpoke vom Europaparlament hält!

Im Berliner Abendschau-Hinweis gibt es zum Wochenend-Fest in Neuruppin »Käte Ring«!